AfD vor Landtagswahlen: Umfrage zeigt gespaltene Haltung zu Machtgewinn und Verbot
Carolina SchleichAfD vor Landtagswahlen: Umfrage zeigt gespaltene Haltung zu Machtgewinn und Verbot
Eine neue Umfrage offenbart sich wandelnde Einstellungen gegenüber der rechtspopulistischen AfD vor drei entscheidenden Landtagswahlen in Deutschland. Die Erhebung, die im Auftrag der Bild am Sonntag durchgeführt wurde, zeigt: Viele Wähler rechnen damit, dass die AfD an Macht gewinnt – doch die Meinungen darüber, ob die Partei verboten werden sollte, bleiben gespalten.
Die zwischen dem 28. und 29. Mai 2026 mit 1.003 Teilnehmern durchgeführte Umfrage ergab, dass fast sieben von zehn Deutschen glauben, die AfD werde nach den anstehenden Wahlen mindestens ein Ministerpräsidentenamt erringen. Davon erwarten 41 Prozent eine von der AfD geführte Regierung in einem Bundesland, während 28 Prozent damit rechnen, dass die Partei in mehreren Ländern die Führung übernimmt.
Eine knappe Mehrheit der Deutschen – 47 Prozent – lehnt ein Verbot der AfD ab, gegenüber 38 Prozent, die rechtliche Schritte befürworten. Unter CDU-Wählern jedoch unterstützen 51 Prozent ein Verbot. Die Anhänger der Union zeigen zudem wenig Bereitschaft zu einer Zusammenarbeit mit der AfD: Nur 27 Prozent sprechen sich für eine Allianz aus. Stattdessen würden 48 Prozent der CDU-Anhänger im Falle eines AfD-Erfolgs ohne absolute Mehrheit lieber eine Koalition mit der Linken eingehen.
Die Umfrage macht zudem deutlich, wie unterschiedlich die politische Strategie gegen die AfD bewertet wird. Während 45 Prozent der Befragten der Ansicht sind, dass die sogenannte „Brandmauer“ – also die Weigerung etablierter Parteien, mit der AfD zusammenzuarbeiten – der Rechtspopulisten sogar geholfen hat, bleibt ein beträchtlicher Teil der Wähler für alternative Bündnisse offen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich im kommenden Herbst eine grundlegende Verschiebung der politischen Landschaft in Deutschland abzeichnen könnte. Angesichts der Erwartung, dass die AfD in Regierungen einzieht, dürften die Debatten über ihre Rolle – und mögliche juristische Auseinandersetzungen – in den nächsten Monaten an Schärfe gewinnen.






