Apotheken ächzen unter Lohnkosten: Tarifverträge und Mindestlohn treiben Ausgaben in die Höhe
Carolina SchleichApotheken ächzen unter Lohnkosten: Tarifverträge und Mindestlohn treiben Ausgaben in die Höhe
Apotheken in ganz Deutschland kämpfen mit steigenden Kosten durch Lohnerhöhungen
Die jüngsten Tarifabschlüsse haben die Ausgaben in die Höhe getrieben, und weitere Verhandlungen stehen bevor. Arbeitgeber warnen vor wachsendem finanziellen Druck in der Branche.
Seit dem 1. Januar 2026 erhalten Apothekenmitarbeiter eine Gehaltserhöhung von drei Prozent gemäß der aktuellen Adexa-ADA-Vereinbarung. Diese Anpassung belastet die jährliche Lohnsumme jeder Apotheke im Schnitt mit zusätzlichen 9.500 Euro. Gleichzeitig stieg der gesetzliche Mindestlohn auf 13,90 Euro, was die Arbeitgeber pro Jahr rund 700 Euro extra kostet.
In Nordrhein-Westfalen läuft die bestehende Vereinbarung mit dem Tarifverband der Apothekenleiter (TGL) am 30. Juni 2026 aus. Wie Adexa-Vorstandsmitglied Andreas May bestätigte, werden unmittelbar danach neue Gespräche aufgenommen. Der bundesweite Adexa-ADA-Tarifvertrag gilt hingegen noch bis zum 31. Dezember 2026, bevor auch hier Neuverhandlungen anstehen.
Eine weitere Erhöhung des Mindestlohns auf 14,60 Euro ist bereits für den 1. Januar 2027 geplant – ein Anstieg um 17,6 Prozent seit Anfang 2024. Die Treuhand Hannover, eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, warnt vor der zunehmenden Belastung für Apothekeninhaber und prognostiziert schwierigere Rahmenbedingungen.
Mit auslaufenden Tarifverträgen und weiteren geplanten Lohnerhöhungen müssen sich Apotheken auf höhere Kosten einstellen. Die anstehenden Verhandlungen zwischen Adexa und den Arbeitgebern werden die zukünftigen Gehaltsstrukturen in der Branche prägen. Bis dahin gilt es für die Betriebe, sich an die neuen finanziellen Anforderungen anzupassen.






