Apothekensterben in Hessen: 183 Schließungen in nur zehn Jahren
Apothekensterben in Hessen: 183 Standorte in zehn Jahren geschlossen
In Hessen ist die Zahl der öffentlichen Apotheken in den letzten zehn Jahren drastisch gesunken. Zwischen 2014 und 2024 verschwanden 183 Filialen – in manchen ländlichen Gemeinden gibt es überhaupt keine Apotheke mehr. Für die Bewohner bedeutet das längere Wege, um lebensnotwendige Medikamente zu besorgen.
Vor einem Jahrzehnt zählte Hessen noch 1.514 Apotheken. Bis Januar 2024 sank die Zahl auf 1.331 – ein Rückgang um 12 Prozent. Holger Seyfarth, Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbandes (HAV), warnt, dass sich der Trend nicht abschwächt.
Besonders betroffen sind ländliche und dünn besiedelte Regionen. In einigen Orten gibt es keine Apotheke mehr in erreichbarer Nähe, sodass Patienten weitere Strecken für ihre Rezepte zurücklegen müssen. Verzögerungen bei der Medikamentenversorgung häufen sich, vor allem für diejenigen, die dringend auf Behandlung angewiesen sind.
Die Schließungen haben nicht nur Folgen für die Gesundheitsversorgung, sondern auch für die lokale Wirtschaft. Jede geschlossene Apotheke bedeutet weniger Arbeitsplätze und weniger wirtschaftliche Aktivität in der Gemeinde. Zudem geht mit dem Rückgang der Zugang zu individueller pharmazeutischer Beratung verloren – Patienten haben weniger Möglichkeiten, fachkundige Unterstützung zu erhalten.
Der stetige Schwund an Apotheken in Hessen reißt Lücken in der Gesundheitsversorgung und schwächt die Wirtschaftskraft der betroffenen Regionen. Mit 183 weniger Standorten in zehn Jahren kämpfen ländliche Bewohner mit längeren Fahrten und verzögertem Zugang zu Medikamenten. Der Negativtrend belastet weiterhin die Stabilität der betroffenen Städte und Gemeinden.






