10 May 2026, 22:16

Apothekerin kämpft gegen 25.000-Euro-Betrug mit gefälschten Merck-Rechnungen

Plakat mit Text und Logo, das versteckte Gebühren in Rechnungen kosten Familien monatlich Hunderte von Dollar.

Apothekerin kämpft gegen 25.000-Euro-Betrug mit gefälschten Merck-Rechnungen

Carolin Schleußinger, Inhaberin der Marien-Apotheke in Roding, sieht sich zum zweiten Mal mit einer Forderung über 25.000 Euro konfrontiert – nach einem Betrug mit gefälschten Rechnungen. Die betrügerischen E-Mails, getarnt als legitime Rechnungen des Pharmakonzerns Merck, haben sie in einen Streit mit dem Unternehmen über die Frage der Haftung für den Schaden verwickelt.

Merck bestätigte, dass Apotheken in ganz Deutschland im vergangenen Jahr gezielte Cyberangriffe erlebten, bei denen Kriminelle unter dem Namen des Konzerns Zahlungsaufforderungen verschickten. Schleußinger hatte die erste Rechnung beglichen, nachdem sie die Angaben überprüft hatte – darunter ein neues, in Spanien ansässiges Bankkonto. Damals schöpfte sie keinen Verdacht. Später kontaktierte Merck sie erneut und bestand auf eine zweite Zahlung desselben Betrags.

Das Unternehmen gab später zu, dass seine Systeme von Hackern kompromittiert worden waren. Schleußinger wirft Merck jedoch vor, durch mangelnde Transparenz die Situation verschärft zu haben. Sie behauptet, der Konzern habe das Problem verharmlost, statt klare Maßnahmen zu ergreifen. Mittlerweile hat Merck auf seinem Online-Shop einen Warnhinweis platziert und rät Apotheken, Bankverbindungen vor Überweisungen genau zu prüfen.

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Nach Erhalt der zweiten Zahlungsaufforderung ignorierte Schleußinger diese und holte juristischen Rat ein. Inzwischen hat sie Anzeige bei der Polizei erstattet und prüft mit einem Anwalt ihre rechtlichen Möglichkeiten. Merck empfahl ihr unterdessen, den Vorfall zu melden und verdächtige E-Mails zur Untersuchung weiterzuleiten.

Schleußinger bleibt entschlossen, nicht erneut zu zahlen, und argumentiert, dass nicht ihre Apotheke, sondern Merck das eigentliche Ziel des Hackerangriffs gewesen sei. Der Fall unterstreicht die wachsende Gefahr von Cyberbetrug in der pharmazeutischen Lieferkette.

Die Angelegenheit ist noch nicht geklärt: Schleußinger droht ein finanzieller Verlust, sofern Merck keine Haftung übernimmt. Die Polizei ermittelt wegen des Betrugs, während Apotheken eindringlich dazu aufgerufen werden, Zahlungsanforderungen besonders sorgfältig zu prüfen. Die Art und Weise, wie Merck mit dem Vorfall umgeht, stößt bei betroffenen Unternehmen weiterhin auf Kritik.

Quelle