Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Kultsymbole wie Pumuckl und Tracht
Carolina SchleichWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Kultsymbole wie Pumuckl und Tracht
Mehrere bayerische Städte haben begonnen, herkömmliche Fußgängerampeln durch lokale Kultursymbole zu ersetzen. Die Entwürfe reichen von berühmten Comicfiguren bis hin zu traditioneller bayerischer Tracht. Doch nicht alle unterstützen die Idee – Beamte äußern Bedenken hinsichtlich der Verkehrssicherheit und der rechtlichen Verantwortung.
Nürnberg war eine der ersten Städte, die eine thematische Ampel einführte: Wenn das Grünlicht für Fußgänger aufleuchtet, erscheint Albrecht Dürers "Feldhase". Anders als andere Kommunen setzte Nürnberg das Design ohne Genehmigung der Landesregierung um. Oberbürgermeister Marcus König betonte, die Stadt trage allein die Verantwortung für den Betrieb – und im Falle eines Unfalls hafte weiterhin die schuldige Person, nicht die Ampel selbst.
München zeigt mittlerweile an drei Ampeln "Pumuckl", den schelmischen Kobold aus Kinderbüchern. Straubing nutzt die Figur "Bruder Straubinger", eine lokale Volksfigur, während in Dachau Menschen in traditioneller "Tracht" zu sehen sind. Der "Wärschtlamo" von Hof – ein Würstchenverkäufer – wurde zunächst abgelehnt, später aber doch genehmigt, nachdem die SPD-Stadtratsfraktion die Kosten von 3.000 Euro übernahm. Augsburgs "Kasperl"-Figur nahe dem Puppentheater erhielt erst nach einer Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben grünes Licht.
Das bayerische Innenministerium lehnt die kreativen Ampeln ab und argumentiert, Verkehrssignale müssten klar und universell verständlich bleiben. Trotzdem haben mindestens fünf Städte – München, Straubing, Dachau, Nürnberg und Hof – offizielle Genehmigungen erhalten. Andere, wie Coburg, planen Ampeln mit "Rostbratwürsten", und in Deggendorf ist bereits eine Frau zu sehen, die Knödel wirft. Dachau, ermutigt durch positive Rückmeldungen, will weitere thematische Ampeln aufstellen und hat bisher nur 300 Euro für Schablonen und Design ausgegeben.
Der Trend zu kulturellen Ampeln hält trotz Widerstand der Landesbehörden an. Die Städte betonen, die Entwürfe würden lokalen Charme hinzufügen, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Vorerst bleibt jede Kommune für ihre Installationen – und mögliche rechtliche Konsequenzen – selbst verantwortlich.






