13 April 2026, 10:11

Berliner Linke will Mieten in kommunalen Wohnungen radikal deckeln

Schwarz-weißer Grundriss eines Hauses in Berlin, der die Raumanzahl, Größen, Fenster- und Türpositionen detailliert.

Berliner Linke will Mieten in kommunalen Wohnungen radikal deckeln

Berlins Linke legt Plan für Mietendeckel in kommunalen Wohnungen vor

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Die Berliner Linkspartei hat einen Vorschlag eingebracht, die Mieten in den rund 400.000 kommunalen Wohnungen der Stadt zu begrenzen. Dem Plan zufolge sollen Mietsteigerungen für ein Jahr eingefroren und anschließend auf jährlich maximal ein Prozent begrenzt werden. Nach Angaben der Partei würde diese Maßnahme die Wohnkosten für fast eine Million Mieter in diesen Immobilien stabilisieren.

Das Konzept sieht zudem vor, überteuerte Mieten auf das gesetzlich zulässige Niveau zu senken, sodass Mieter nicht mehr als zehn Prozent über dem örtlichen Mietspiegel zahlen. Bei Neuvermietungen oder Wiedervermietungen sollen die Mieten an die vorherigen Sätze geknüpft oder höchstens zehn Prozent unter dem lokalen Richtwert liegen. Aktuell über 20 Prozent über dem Mietspiegel liegende Mieten würden auf die gesetzliche Obergrenze von maximal zehn Prozent darüber reduziert. Auch Modernisierungskosten sollen auf 1,50 Euro pro Quadratmeter gedeckelt werden, um starke Mieterhöhungen zu verhindern.

Der Plan umfasst eine fünfjährige Testphase, bevor eine umfassende Evaluation stattfindet. Nach dem anfänglichen Einfrierungsjahr wären jährliche Mieterhöhungen auf ein Prozent begrenzt, mit der Möglichkeit einer einmaligen Anhebung um zwei Prozent über zwei Jahre verteilt. Die Linke schätzt, dass der erste Mietenstopp die Einnahmen um 35 bis 55 Millionen Euro mindern würde, während die laufenden Obergrenzen zu jährlichen Mindereinnahmen von 20 bis 40 Millionen Euro führen könnten.

Um den Wohnungsneubau zu fördern, schlägt der Vorschlag vor, die Finanzierung von Bau- und Sanierungsvorhaben von der bestehenden Wohnungsverwaltung zu trennen. Bis zu zwei Milliarden Euro pro Jahr sollen in ein kommunales Programm fließen, um jährlich 7.500 neue Wohnungen zu bauen und Bestandswohnungen zu modernisieren.

Elif Eralp, Kandidatin der Linken für das Amt der regierenden Bürgermeisterin, betonte, die Politik werde Mieten "unter Marktniveau" halten und "stabilen, bezahlbaren Wohnraum" sichern. Die Partei geht davon aus, dass die Maßnahmen den Berliner Mietspiegel insgesamt senken und den Druck auf den privaten Mietmarkt verringern werden.

Falls umgesetzt, würde der Mietendeckel für alle sechs kommunalen Wohnungsbaugesellschaften Berlins gelten. Der Erfolg der Regelung hinge davon ab, ob es gelingt, Bezahlbarkeit mit der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des städtischen Wohnungsbestands in Einklang zu bringen. Die fünfjährige Evaluierungsphase soll zeigen, ob die Maßnahmen ihr Ziel einer langfristigen Mietstabilisierung erreichen.

Quelle