18 April 2026, 08:10

Berliner Mieter:innen kämpfen gegen Verdrängung und explodierende Mietpreise

Eine belebte Berliner Straße mit parkenden Taxis, Fußgängern auf dem Gehweg, Laternen, Bäumen, Gebäuden und einem fernen Bogen mit Statuen und Turm unter einem bewölkten Himmel.

Berliner Mieter:innen kämpfen gegen Verdrängung und explodierende Mietpreise

Berlins Wohnungsnot treibt Mieter:innen und Initiativen weiter auf die Barrikaden. In der ganzen Stadt formieren sich Bündnisse, um gegen Mietpreiserhöhungen, Kündigungen und den Verlust wichtiger Räume vorzugehen. Von Jugendzentren, die um ihren Erhalt kämpfen, bis hin zu Mietergewerkschaften, die Proteste organisieren – der Widerstand gegen Verdrängung und unbezahlbare Lebenshaltungskosten wächst.

Das Bündnis «Berlin gegen Vonovia», ein Zusammenschluss betroffener Mieter:innen, steht an vorderster Front im Kampf gegen steigende Mieten und umstrittene Nebenkostenabrechnungen. Das nächste Plenum findet am 31. März im Nachbarschaftszentrum Schöneberg statt, wo sich Anwohner:innen versammeln, um weitere Schritte zu planen.

In Charlottenburg setzt sich die Initiative «MieterWerkStadt» für stärkere Mieterschutzrechte ein und stemmt sich gegen Gentrifizierung. Gleichzeitig trifft sich in Kreuzberg monatlich die «Allianz gegen Eigenbedarfskündigungen», um öffentliche Kampagnen zu organisieren – mit dem Ziel, zu verhindern, dass Vermieter:innen Mieter:innen unter dem Vorwand des Eigenbedarfs aus ihren Wohnungen drängen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Doch nicht nur Wohnraum ist bedroht: Auch Gemeinschaftsorte geraten unter Druck. Das langjährige Jugendzentrum «Potse» steht vor einer ungewissen Zukunft, da sein Mietvertrag in der Zollgarage in sechs Monaten ausläuft. Ohne alternative Räumlichkeiten in Sicht hat das Zentrum zu einem «Zweiten Überlebensstrategie-Plenum am 3. April» geladen – mit englischer Übersetzung, um die Teilhabe zu erweitern. Zwar gibt es langfristige Pläne für einen Umzug ins «Haus der Jugend nahe Südkreuz bis 2030», doch die akute Gefahr bleibt bestehen.

Am selben Tag wie das Vonovia-Plenum veranstaltet die Pankower Ortsgruppe des Berliner Mietervereins eine Solidaritätskundgebung vor dem Amtsgericht Mitte. Die Demonstration lenkt den Blick auf laufende Rechtsstreitigkeiten wegen Räumungsklagen und Mieterhöhungen – ein Spiegel der angespannten Lage in der gesamten Stadt.

In den kommenden Wochen werden weitere Aktionen folgen, bei denen Mieter:innen und Aktivist:innen Veränderung einfordern. Während die Frist für Potses Mietvertrag näher rückt, suchen Gemeinschaftsinitiativen fieberhaft nach Alternativen. Bündnisse wie «Berlin gegen Vonovia» und der Mieterverein halten unterdessen den Druck auf die Politik aufrecht. Für viele Berliner:innen bleibt der Kampf um bezahlbaren Wohnraum und öffentliche Orte Alltagsrealität.

Quelle