Bundesbank setzt auf digitalen Euro und verteidigt Goldlager im Ausland
Malte KrauseBundesbank setzt auf digitalen Euro und verteidigt Goldlager im Ausland
Die Bundesbank hat ihre Haltung zur Lagerung der deutschen Goldreserven im Ausland bekräftigt und treibt gleichzeitig die Pläne für einen digitalen Euro voran. Burkhard Balz, Mitglied des Direktoriums der Bundesbank, betonte die Bedeutung des schnellen Zugangs zu Gold an wichtigen Handelsplätzen wie New York und London. Gleichzeitig wird in diesem Jahr eine Entscheidung über den digitalen Euro erwartet, während Europa nach größerer finanzieller Unabhängigkeit strebt.
Balz bezeichnete den digitalen Euro als ein "digitales Abbild" von Bargeld, nicht jedoch als Ersatz. Das Projekt zielt darauf ab, eine europäische Alternative zu den von den USA dominierten Zahlungssystemen zu schaffen und die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern zu verringern. Da es derzeit keine privatwirtschaftliche, gesamt-europäische Zahlungslösung gibt, würde der digitale Euro als zusätzliche Option die finanzielle Widerstandsfähigkeit stärken.
Der Bundesbank-Vertreter wies zudem Vorwürfe zurück, der digitale Euro sei ein Instrument staatlich gelenkter Industriepolitik. Stattdessen werde er als Mittel positioniert, um die Flexibilität bei Zahlungen zu erhöhen, ohne Bargeld abzuschaffen. Während die Eurozone sich einer Pilotphase nähert, hat bisher kein EU-Mitgliedsstaat Pläne für eine eigene nationale Digitalwährung angekündigt.
Zu den Goldreserven äußerte sich Balz nicht zu Prüfungsdetails und verwies auf Vertraulichkeitsvereinbarungen mit den Partnerzentralbanken. Er bestätigte jedoch, dass regelmäßige Kontrollen die Sicherheit der deutschen Bestände gewährleisten. Die Bundesbank argumentiert, dass die Lagerung im Ausland eine schnellere Mobilisierung in Finanzkrisen ermöglicht.
Eine politische Entscheidung über den digitalen Euro wird für 2024 erwartet und könnte die Zahlungslandschaft in Europa grundlegend verändern. Die Bundesbank unterstützt die Initiative weiterhin als Weg, um die Abhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern zu reduzieren. Gleichzeitig bleiben Deutschlands Goldreserven sicher im Rahmen der bestehenden internationalen Abkommen verwahrt.






