Bundesrat fordert mehr Geld für Apotheken und strengere Personalregeln
Gustav JacobBundesrat fordert mehr Geld für Apotheken und strengere Personalregeln
Der Bundesrat hat seine Forderungen nach einer stärkeren finanziellen Förderung von Apotheken und strengeren Regelungen erneut bekräftigt. Ende Januar vertraten die Ländervertreter eine klare Position zum Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG). Zu den zentralen Punkten zählen höhere Festbeträge für Rezeptgebühren sowie die Ablehnung von Lockerungen bei der Personalausstattung und den Qualifikationsanforderungen in Apotheken.
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) setzt sich dafür ein, die pauschale Rezeptgebühr von 8,35 Euro auf 9,50 Euro anzuheben. Sie betont, dass Apotheken eine entscheidende Rolle in der Prävention spielen und daher eine bessere finanzielle Unterstützung benötigen. Die endgültige Entscheidung über Gebührenerhöhungen liegt jedoch bei der Bundesregierung.
Der Bundesrat lehnte zudem Vorhaben ab, die es Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) ermöglichen sollten, Apotheker zu ersetzen. Besonders Bayern stellt sich vehement gegen diese Änderung. Ein weiterer gescheiterter Antrag zielte darauf ab, strenge Vorgaben für Impfräume beizubehalten – hier fehlte es jedoch an ausreichender Unterstützung.
Auch der Versuch, geplante Vereinfachungen bei der Anerkennung ausländischer Apothekerqualifikationen zu streichen, scheiterte. Trotz dieser Differenzen bleiben die Kernforderungen des Bundesrates unverändert: höhere Packpauschalen und strengere Regeln für Filialapotheken.
Gerlach drängt die Bundesregierung nun zum zügigen Handeln. Sie warnt, dass Verzögerungen die Apothekenversorgung schwächen könnten – gerade in einer Zeit, in der ihre Bedeutung für das Gesundheitssystem größer ist denn je.
Die Haltung des Bundesrates erhöht den Druck auf die Bundespolitiker, die Finanzierung und Regulierung von Apotheken anzugehen. Mit Bayern an der Spitze des Widerstands gegen den Einsatz von PTAs als Apotheker-Ersatz und gegen Lockerungen bei Qualifikationsvorgaben verlagert sich die Debatte nun nach Berlin. Das Ergebnis wird maßgeblich darüber entscheiden, wie Apotheken in den kommenden Jahren arbeiten – und wie gut sie finanziert werden.






