Bundestag lehnt Kürzungen bei Unterhaltsvorschüssen für Kinder ab
Carolina SchleichBundestag lehnt Kürzungen bei Unterhaltsvorschüssen für Kinder ab
Ein Vorschlag zur Kürzung der Vorauszahlungen für Unterhaltsvorschüsse hat im Bundestag breiten Widerstand ausgelöst. Kommunale Spitzenverbände argumentieren, das System sei zu teuer geworden, doch Kritiker warnen, dass die geplante Maßnahme benachteiligte Familien hart treffen würde. Die Zahlungen sichern den Lebensunterhalt von Kindern, wenn ein Elternteil seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommt.
2017 wurde das System ausgeweitet: Die Altersgrenze für anspruchsberechtigte Kinder wurde von 12 auf 18 Jahre angehoben, und die bisherige sechjährige Höchstbezugsdauer entfiel. Seither haben sich die Kosten nach Angaben der Kommunen vervierfacht.
Die Ablehnung kommt aus allen politischen Lagern. Jasmina Hostert, familienpolitische Sprecherin der SPD, bezeichnete die Leistungen als "lebenswichtige Absicherung für Kinder". Misbah Khan, stellvertretende Vorsitzende der Grünen, warnte, Kürzungen würden Hunderttausende Alleinerziehende treffen.
Auch Martin Reichardt, familienpolitischer Sprecher der AfD, lehnte den Vorstoß ab. Heidi Reichinnek, Fraktionschefin der Linken, nannte den Plan "eine absolute Schande" und warnte vor dramatischen Folgen für Familien, die auf die Unterstützung angewiesen sind.
Aktuell springt der Staat ein, wenn ein Elternteil den Unterhalt nicht zahlt. Die Reform von 2017 erweiterte den Zugang deutlich – doch die steigenden Kosten belasten nun die Haushalte der Kommunen. Die geplanten Kürzungen stoßen auf massiven Widerstand aus mehreren Parteien. Abgeordnete betonen, die Zahlungen seien unverzichtbar für den Kinderschutz. Jede Änderung würde eine breite politische Einigung erfordern – die derzeit jedoch unwahrscheinlich erscheint.






