20 March 2026, 18:11

Christian Ulmen in der Kritik: Ex-Frau wirft Missbrauch und frauenfeindliches Verhalten vor

Schwarze und weiße Zeitschriftumschlag mit der Aufschrift 'Humoristische Liste', der einen Mann im Anzug mit ernster Miene und eine Frau zeigt, die wegsieht und schmunzelt.

Christian Ulmen in der Kritik: Ex-Frau wirft Missbrauch und frauenfeindliches Verhalten vor

Deutscher Komiker Christian Ulmen sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt: Seine Ex-Frau Collien Fernandes wirft ihm frauenfeindliches Verhalten und Missbrauch vor. Die Anschuldigungen haben eine Debatte über seine früheren TV-Rollen neu entfacht, in denen er oft grobe, kontrollierende Charaktere spielte. Im Netz zitieren viele nun die Worte der Missbrauchsüberlebenden Gisèle Pelicot: "Die Scham muss die Seite wechseln."

Ulmen wurde in den mittleren 2000er-Jahren vor allem durch Mein neuer Freund bekannt, eine Reality-Show, in der er wöchentlich einen anderen "schrecklichen Freund" verkörperte. Das Format sah vor, dass Frauen ihren neuen Partner – gespielt von Ulmen – ihren Familien vorstellten, woraufhin er sich so abscheulich verhielt, bis die Beziehung beendet wurde.

In Mein neuer Freund reichte Ulmens Rollenspektrum von dominant bis offen missbräuchlich. Besonders prägend war die Figur des Alexander von Eich, ein reicher Aristokrat, der seine Freundin mit einem Stock herumkommandierte und ihren Namen brüllte: "Franziskarrrrr!" Der Twist der Show: Frauen, die die Demütigungen bis zum Ende ertrugen, erhielten eine Geldprämie.

Jahre später war Ulmen Mitbegründer und Hauptdarsteller der provokanten Comedy-Serie Jerks., die Scripted- und Improvisations-Elemente verband. Die ProSieben-Produktion, die fünf Staffeln lang lief, zeigte Ulmen und Fahri Yardım als überzeichnete Versionen ihrer selbst – oft mit derben, beleidigenden Witzen. Nach den aktuellen Vorwürfen gegen Ulmen nahm ProSieben die Serie kürzlich vom Programm.

Ein weiteres umstrittenes Format war Wer will meine Freundin vögeln?, in dem Ulmen Männer dazu einlud, in einem Wettbewerb zu ermitteln, wer die "heißeste" Freundin hatte. Die Challenges wurden weithin als erniedrigend kritisiert.

Fernandes, Ulmens Ex-Frau, hat nun Details über sein privates Verhalten preisgegeben. Sie wirft ihm vor, unter ihrem Namen gefälschte Online-Profile erstellt, pornografische Inhalte verbreitet und unter ihrer Identität Telefonssex geführt zu haben. Seine Handlungen bezeichnete sie als "virtuelle Vergewaltigung" und als Teil eines frauenfeindlichen Musters, das sein Bühnenimage widerspiegle.

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Als die Beziehung der beiden 2010 öffentlich wurde, fragten sich manche, warum ein "brillanter, geistreicher Intellektueller" wie Ulmen mit einer "hübschen, aber etwas austauschbaren" Viva-Moderatorin wie Fernandes zusammen sei. Fernandes' Entscheidung, an die Öffentlichkeit zu gehen, reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Frauen, die sich gegen mächtige Männer wegen Übergriffen – sowohl im Privaten als auch in der Öffentlichkeit – zur Wehr setzen.

Die Vorwürfe gegen Ulmen führen zu einer Neubewertung seiner Karriere, insbesondere seiner Geschichte, erniedrigende Männerfiguren zu spielen. Fernandes' Schilderungen passen in ein größeres Muster, das viele nun als Teil eines schädlichen, frauenverachtenden Verhaltens sehen. Der Fall hat eine breitere Debatte über Verantwortung in der Unterhaltungsbranche ausgelöst – mit Forderungen, dass Beschuldigte Konsequenzen tragen müssen, statt dass die Opfer die Last der Scham tragen.

Quelle