Deutschland buhlt nach Intels Abzug um Samsung als neuen Chip-Riesen
Malte KrauseDeutschland buhlt nach Intels Abzug um Samsung als neuen Chip-Riesen
Deutschland wirbt um große Chip-Hersteller nach Intels Rückzug – Milliarden an Subventionen ungenutzt
Nach dem Rückzug von Intel aus Magdeburg versucht Deutschland, große Halbleiterproduzenten ins Land zu holen. Eine Delegation deutscher Investoren befindet sich derzeit in Südkorea und führt Gespräche mit Samsung über mögliche Investitionen. Der Vorstoß erfolgt zu einer Zeit, in der Europa trotz hoher Energie- und Arbeitskosten seine Halbleiterindustrie stärken will.
Intels Entscheidung, das geplante Werk in Magdeburg nicht zu bauen, hinterließ ungenutzte Fördergelder, die ursprünglich für die Chipfabrik vorgesehen waren. Nun setzt die Bundesregierung auf koreanische Hersteller – allen voran Samsung –, um die Lücke zu schließen. Offizielle Verhandlungen gibt es zwar noch nicht, doch Gerüchte deuten darauf hin, dass das Unternehmen in Deutschland expandieren könnte, sei es mit einer vollwertigen Fabrik oder kleineren Standorten für Verpackung oder Designunterstützung.
Samsungs Vorgehen ähnelt seiner Strategie in den USA, wo sich das Unternehmen enger an wichtige Partner gebunden und exklusive Vereinbarungen gesichert hat. Andere Firmen wie TSMC, Infineon, Bosch und GlobalFoundries sind in Deutschland bereits erfolgreich tätig. TSMC etwa baut seine Kapazitäten aufgrund der Kundennachfrage aus und schafft dabei ein breiteres Ökosystem mit lokalen Partnern.
Als mögliche Standorte für Samsungs Engagement gelten laut Berichten die ostdeutschen Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt. Hohe Energie- und Produktionskosten in Europa gelten zwar seit Langem als Hindernis, haben Unternehmen wie TSMC aber nicht von Investitionen abgehalten.
Sollte es Deutschland gelingen, Samsung als Investor zu gewinnen, könnte dies die hiesige Halbleiterlandschaft grundlegend verändern. Die Investition würde nicht nur die übrig gebliebenen Subventionen nutzen, sondern auch die lokale Chip-Produktion stärken. Bisher laufen die Gespräche noch – konkrete Pläne wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben.






