30 March 2026, 12:14

Dietzenbach ehrt jüdischen Gemeindevorsteher mit neuem Straßenname

Luftaufnahme des Holocaust-Mahnmals für die ermordeten Juden Europas in Berlin, das zahlreiche rechteckige Betonsteine in einem Gittermuster zeigt.

Dietzenbach ehrt jüdischen Gemeindevorsteher mit neuem Straßenname

In Dietzenbach gibt es nun eine neue Straße, die an Hermann Wolf erinnert – den letzten jüdischen Gemeindevorsteher der Stadt vor der NS-Zeit. Der Hermann-Wolf-Weg wurde am 1. August 2023 im Rahmen einer feierlichen Einweihung offiziell seiner Bestimmung übergeben. An der Zeremonie nahmen Nachkommen aus den USA sowie lokale Vertreter teil.

Hermann Wolf war eine angesehene Persönlichkeit in Dietzenbach und diente als gewählter Leiter der jüdischen Gemeinde. Als ausgezeichneter Soldat des Ersten Weltkriegs lebte er mit seiner Frau und sieben Kindern in der Bahnhofstraße 71, bis das NS-Regime die Familie zur Flucht zwang.

Die Initiative zur Straßenbenennung ging von dem Dietzenbacher Bürger Horst Schäfer aus. Unter den Gästen befanden sich mehrere Nachfahren Wolfs, darunter sein Enkel Howard Wolf, der die Veranstaltung als zutiefst bewegend beschrieb. Während ihres Besuchs sahen die Angehörigen zum ersten Mal seit Jahrzehnten das ehemalige Wohnhaus ihrer Vorfahren wieder.

Bürgermeister Dr. Dieter Lang betonte in seiner Rede, der neue Straßenname sei ein bleibendes Zeichen jüdischen Lebens in Dietzenbach. Zwar gibt es in der Stadt keine Stolpersteine, doch der Hermann-Wolf-Weg steht nun als Mahnmal für eine Familie, die durch Verfolgung vertrieben wurde.

Die Einweihung des Hermann-Wolf-Wegs bedeutet eine offizielle Würdigung einer Familie, die einst fest mit der Geschichte Dietzenbachs verbunden war. Die Straße sorgt dafür, dass das Erbe Hermann Wolfs – und der jüdischen Gemeinde, die er vertrat – im Stadtbild präsent bleibt.

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