Elfenbeinküste schafft WM-Historie – doch Schweinsteigers Worte überschatten den Triumph
Malte KrauseElfenbeinküste schafft WM-Historie – doch Schweinsteigers Worte überschatten den Triumph
Die Elfenbeinküste hat nach einem 2-0-Sieg gegen Curaçao erstmals die K.-o.-Phase der Weltmeisterschaft erreicht. Der Erfolg fällt in eine Zeit der Kontroverse um Äußerungen von Bastian Schweinsteiger über den Spielstil der Mannschaft.
Deutschland hatte die Elfenbeinküste zuvor in der Gruppenphase mit 2:1 geschlagen. Nach dem Spiel bezeichnete Schweinsteiger ihren Fußball als „etwas afrikanisch, etwas unorthodox, etwas wild“ und deutete an, es fehle an taktischer Disziplin. Kritiker warfen ihm vor, damit rassistische Klischees zu bedienen.
Nationaltrainer Emerse Faé nannte die Bemerkungen rassistisch, räumte später aber ein, Schweinsteiger habe sich möglicherweise nur ungeschickt ausgedrückt, ohne böse Absicht. Faé führte seine Mannschaft anschließend mit dem Sieg über Curaçao in die historische K.-o.-Runde.
Schweinsteiger beteuerte, er habe niemanden verletzen wollen, und bestritt, dass seine Worte gegen Personen gerichtet gewesen seien – es gehe allein um fußballerische Taktik. ARD-Programmdirektor Axel Balkausky unterstützte diese Sicht und erklärte, es handele sich um eine fachliche Einschätzung, keinen persönlichen Angriff. Jürgen Klopp zeigte sich bei einer Nachfrage sichtlich unwohl mit dem Thema und nannte es „ernst und heikel“. Balkausky fügte hinzu, ein direktes Gespräch zwischen Schweinsteiger und Faé könnte zur Klärung beitragen.
Mit dem Sieg sicherte sich die Elfenbeinküste den Einzug in die nächste Runde. Die Auseinandersetzung um Schweinsteigers Äußerungen bleibt jedoch ungelöst. Beide Seiten betonten, es brauche mehr Klarheit und gegenseitiges Verständnis.
