25 June 2026, 00:11

FDP-Streit eskaliert: Generalsekretär gibt Interview bei Junger Freiheit – und spaltet die Partei

Ex-FDP-Justizministerin nennt JF 'No-go-Zone'

FDP-Streit eskaliert: Generalsekretär gibt Interview bei Junger Freiheit – und spaltet die Partei

In der Freien Demokratischen Partei (FDP) ist ein Streit über ein Interview entbrannt, das der parteieigene Generalsekretär Martin Hagen der rechtsextremen Publikation Junge Freiheit (JF) gegeben hat. Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger führte die Kritik an Hagens Entscheidung an.

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Leutheusser-Schnarrenberger, die von 2009 bis 2013 unter Bundeskanzlerin Angela Merkel amtierte, argumentierte, dass der Dialog mit der JF die Gefahr berge, die rechtspopulistische AfD zu normalisieren. Aus Protest gegen die Wahl des Diskussionsforums sagte sie zudem ihre Teilnahme an einer Podiumsdiskussion der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung ab.

Hagen verteidigte das Interview und betonte, die JF sei weder unseriös noch verfassungsfeindlich. Zudem habe die Gesellschaft – insbesondere während Merkels Amtszeit – „verlernt, wie man miteinander streitet“. Susanne Seehofer, Mitglied des FDP-Bundesvorstands, unterstützte Hagen und unterstrich die Bedeutung des Dialogs jenseits politischer Echokammern.

Leutheusser-Schnarrenberger, die dem linken Parteiflügel der FDP zugerechnet wird, schloss zudem jede Zusammenarbeit mit der AfD aus. Die Partei komme als möglicher Partner für die FDP nicht infrage. Das Magazin Der Spiegel kommentierte, das Interview habe eine „journalistische Brandmauer“ durchbrochen.

Die Kontroverse offenbart die Spaltungen innerhalb der FDP beim Umgang mit rechtsextremen Medien. Hagens Entscheidung, der JF ein Interview zu geben, stößt bei Parteimitgliedern auf sowohl Zustimmung als auch scharfe Ablehnung. Die Debatte spiegelt die größeren Spannungen wider, die es bei der Frage nach den Grenzen des politischen Diskurses gibt.

Quelle