Frankfurt und Offenbach wollen Modellregion für legalen Cannabisverkauf werden
Gustav JacobFrankfurt und Offenbach wollen Modellregion für legalen Cannabisverkauf werden
Frankfurt und Offenbach bereiten eine gemeinsame Bewerbung als Modellregion für den legalen Verkauf von Cannabis zu Genusszwecken vor. Die Initiative folgt auf Pläne der Bundesregierung, den Besitz der Droge teilweise zu entkriminalisieren. Vorangetrieben wird das Pilotprojekt vor allem von lokalen Politikern der Grünen.
Frankfurts Gesundheitsdezernent Stefan Majer und Offenbachs Oberbürgermeisterin Sabine Groß – beide von Bündnis 90/Die Grünen – sind die treibenden Kräfte hinter dem Vorhaben. Sie argumentieren, eine Legalisierung würde Konsumenten entkriminalisieren und den Schwarzmarkt zurückdrängen. Zudem hoffen die Städte, durch das Projekt Cannabis-Touristen aus anderen Teilen Deutschlands anzuziehen.
Offenbachs Oberbürgermeisterin betont, die Stadt müsse das Projekt vorantreiben – eine Aussage, die jedoch auf Widerspruch stößt. Kritiker, darunter die CDU in Offenbach, lehnen die Pläne ab. In einer Pressemitteilung bezeichnete die Partei den Ansatz der Grünen als „klientelistisch“ und warnte davor, dass der Drogenkonsum verharmlost werden könnte. Bedenken gibt es auch hinsichtlich Suchtgefahren, psychischer Gesundheitsrisiken und eines leichteren Zugangs für Minderjährige.
Die CDU schlägt stattdessen vor, sich auf andere Maßnahmen zur Stadtentwicklung zu konzentrieren. Gegner des Projekts befürchten zudem, es könnte Suchtverhalten fördern und mögliche rechtliche Konflikte mit internationalen und europäischen Vorschriften ignorieren.
Das Pilotprojekt bleibt umstritten. Sollte es genehmigt werden, könnten die Städte den legalen Cannabisverkauf unter kontrollierten Bedingungen testen. Die Debatte zeigt die tiefen Gräben in der Drogenpolitik und ihren sozialen Folgen auf.






