Frankfurter Flughafen plant mehr Abflüge über Wiesbaden – Lärmproteste vorprogrammiert
Gustav JacobFrankfurter Flughafen plant mehr Abflüge über Wiesbaden – Lärmproteste vorprogrammiert
Der Flughafen Frankfurt hat einen überarbeiteten Betriebsplan vorgestellt, der die Nutzung der nordwestlichen Abflugrouten deutlich ausweiten wird. Durch diese Änderung ist mit einer Zunahme der Fluglärmbelastung über Wiesbaden zu rechnen. Der Vorschlag stößt bereits jetzt auf Kritik bei lokalen Verantwortlichen und Lärmschutzgremien.
Laut dem neuen Konzept sollen künftig bis zu 25 Prozent der Tags- und 20 Prozent der Nachtstarts im Jahresdurchschnitt über die nordwestlichen Routen abgewickelt werden. Ursprünglich hatten die Behörden zugesagt, diese Strecken nur in Ausnahmefällen zu nutzen – mit einem Anteil von etwa 1,5 Prozent der Flüge. Der Plan sieht zudem vor, den erwarteten deutlichen Anstieg der Start- und Landebewegungen bis 2033 zu bewältigen.
Die Fluglärmschutzkommission warnt, dass die Umstellung zu zusätzlichen Lärmspitzen führen werde, insbesondere zwischen 22 und 23 Uhr. Dieser Zeitraum gilt als besonders kritisch, da Anwohner in dieser Phase anfälliger für gesundheitliche Risiken durch erhöhte Lärmbelastung sind. Die Kommission fordert den Flughafen auf, den Lärm so weit wie möglich zu reduzieren und die nordwestlichen Abflüge auf das absolute betriebliche Minimum zu beschränken.
Wiesbadens Oberbürgermeisterin Christiane Hinninger übt scharfe Kritik am Vorhaben. Die Pläne würden abends deutlich mehr Fluglärm über die Stadt bringen, so Hinninger. Als Alternative schlägt sie vor, Kurzstreckenflüge auf die Schiene zu verlagern, um die Belastung zu verringern. Der überarbeitete Plan stellt eine klare Abkehr von früheren Zusagen dar – künftig wird ein wachsender Anteil der Flüge direkt über Wiesbaden führen.






