Gabriele Stötzer erhält Goslarer Kaiserring für ihr lebenslanges künstlerisches Wirken
Carolina SchleichGabriele Stötzer erhält Goslarer Kaiserring für ihr lebenslanges künstlerisches Wirken
Die Künstlerin Gabriele Stötzer erhält in diesem Jahr den Goslarer Kaiserring, eine der renommiertesten Kunstauszeichnungen Deutschlands. Mit 73 Jahren ist sie nach wie vor eine mutige und einflussreiche Persönlichkeit der zeitgenössischen Kunst. Derzeit zeigt das Gropius Bau in Berlin eine große Einzelausstellung ihrer Werke.
Erstmals auf sich aufmerksam machte Gabriele Stötzer in der DDR als Dissidentin und Künstlerin. 1976 wurde sie für ein Jahr inhaftiert, nachdem sie eine Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnet hatte. Im Gefängnis nähte sie Strumpfhosen, um die Zeit totzuschlagen.
1989 beteiligte sie sich an der Besetzung der Stasi-Bezirksverwaltung in Erfurt. Zudem war sie Mitbegründerin der Erfurter Künstlerinnengruppe, was ihre Rolle im kulturellen Widerstand der Zeit weiter festigte.
Die Ausstellung im Gropius Bau präsentiert rund 150 ihrer Werke – von Videos und Fotografien über Modestücke bis hin zu großen Wollfiguren von Frauen. Im Rahmen der Schau wird Stötzer im August auf dem Dach des Museums performen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 6. Dezember.
Stötzer lehnt die Bezeichnung „DDR-Künstlerin“ ab und nennt solche Zuordnungen langweilig. Ihr Schaffen und ihr Aktivismus haben längst regionale Grenzen überschritten. Die Verleihung des Goslarer Kaiserrings an sie erfolgt im Herbst. Die Ausstellung im Gropius Bau würdigt ihre vielseitige und widerspenstige künstlerische Laufbahn. Ihre Beiträge zu Kunst und Aktivismus hallen bis heute weit über die Grenzen hinaus nach.






