Gefälschte Impfpässe: Zwei Männer zu Haft wegen großangelegter Fälschungsbande verurteilt
Liesbeth KuhlGefälschte Impfpässe: Zwei Männer zu Haft wegen großangelegter Fälschungsbande verurteilt
Zwei Männer sind jeweils zu etwa dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil sie gefälschte COVID-19-Impfpässe verkauft haben. Das Gericht sprach sie der Herstellung und des Vertriebs tausender gefälschter Dokumente schuldig, die in einer im Keller einer Kneipe versteckten Werkstatt produziert wurden. Ihr System umfasste verschlüsselte Sprachcodes und groß angelegte illegale Verkäufe.
Die beiden betrieben ihre Machenschaften vom Keller einer Kneipe aus, die sich auf dem Gelände einer ehemaligen Militärkaserne befand. Das Lokal diente zugleich als Kantine für Soldaten und als Treffpunkt für örtliche AfD-Versammlungen. Bei einer Razzia entdeckte die Polizei in der Werkstatt fast tausend leere gelbe Impfheftchen, 12 Stempel von Impfzentren sowie Chargenaufkleber für COVID-19-Impfstoffe.
Die Angeklagten gestanden, 8.000 leere Impfpässe erworben zu haben. Sie verkauften rund 400 gefälschte Impfnachweise für je 20 Euro und mindestens 6.000 ausgefüllte Heftchen mit falschen Eintragungen für je 50 Euro. Damit erzielten sie einen Gesamtgewinn von 285.400 Euro. Für die verschiedenen Fälschungen nutzten sie verschlüsselte gastronomische Begriffe.
Das Gericht wies ihre Behauptung zurück, die übrigen leeren Heftchen vernichtet zu haben. Zwar wurden die Männer nur als Gehilfen verurteilt, die eigentlichen Fälschungen begingen jedoch die Käufer, die ihre eigenen Namen und Adressen eintrugen. Nur etwa 3.200 von ihnen setzten den Betrug in die Tat um, indem sie die Pässe nutzten. Zudem wurden die Angeklagten wegen Steuerhinterziehung verurteilt, da sie ihre illegalen Einnahmen nicht deklariert hatten.
Die beiden Männer erhielten Haftstrafen für ihre Rolle in der Fälscherbande. Die illegalen Gewinne und das Ausmaß der Operation verdeutlichen das ganze Ausmaß des Betrugs. Der Fall führte zudem zu Verurteilungen wegen Steuerhinterziehung, da die Männer ihre Einkünfte nicht angegeben hatten.






