27 March 2026, 14:17

Glasfaserbranche im Umbruch: Warum offener Netzzugang jetzt Fahrt aufnimmt

Nahaufnahme eines Glasfaserkabels mit blauen und weißen Lichtern auf einem schwarzen Hintergrund.

Glasfaserbranche im Umbruch: Warum offener Netzzugang jetzt Fahrt aufnimmt

Offensive für offenen Netzzugang: Deutschlands Glasfaserbranche im Wandel

In der deutschen Glasfaserbranche gewinnt die Bewegung für offenen Netzzugang an Fahrt. Immer mehr Unternehmen öffnen ihre Netze für Drittanbieter, während die Regulierungsbehörden strengere Vorschriften prüfen, um fairen Wettbewerb zu sichern. Der Wandel kommt zu einer Zeit, in der die Nachfrage der Verbraucher nach mehr Auswahl bei Internetanbietern steigt.

Eine aktuelle Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) ergab, dass bereits 68 Prozent der kommunalen Versorger offenen Zugang zu ihren Glasfasernetzen gewähren. Bei über 260 kommunalen und regionalen Betreibern in Deutschland bedeutet dies, dass bis Ende 2024 rund 176 ihre Infrastruktur geöffnet haben. Der Trend beschränkt sich dabei nicht auf öffentliche Anbieter – auch private Unternehmen steigen zunehmend in das Modell ein.

So plant etwa die Stadtwerke Neustadt am Rübenberge, ihr Glasfasernetz ab 2030 oder 2031 unter Open-Access-Bedingungen für Drittanbieter zu öffnen. Gleichzeitig wird Plusnet bald eigene Dienste über die Netze von OXG anbieten, und Deutsche GigaNetz hat bereits Kooperationen mit dem schwedischen Provider Bahnhof sowie Westconnect geschlossen. Diese Schritte spiegeln einen branchenweiten Umdenkprozess hin zu geteilter Infrastruktur wider.

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat in ihrem Entwurf für das neue Telekommunikationsgesetz (TKG) eine Regelung vorgeschlagen, die verpflichtende Verhandlungen über den Zugang zu Glasfasernetzen vorschreibt. Ziel ist es, Monopole zu verhindern und Verbrauchern mehr Optionen zu bieten. Netzbetreiber warnen jedoch, dass übermäßige Regulierung Investitionen in den Glasfaserausbau bremsen könnte. Aktuell bauen fast 300 Anbieter in Deutschland Glasfasernetze aus – doch sie argumentieren, dass zu strenge Auflagen den Fortschritt verlangsamen könnten.

Um die technische Kompatibilität zu verbessern, hat die Branche S/PRI eingeführt, eine standardisierte Schnittstelle für Glasfasernetze. Diese Lösung erleichtert es verschiedenen Anbietern, sich nahtlos zu verbinden, und macht offenen Netzzugang praxistauglicher. Trotz dieser Fortschritte bleibt umstritten, wie viel Regulierung nötig ist, um Wettbewerb und Investitionen in Einklang zu bringen.

Die Nachfrage nach Anbietervielfalt ist deutlich: 83 Prozent der Kunden von 1&1 Versatel wünschen sich Alternativen zu einem einzigen Anbieter. Während immer mehr Netze geöffnet werden, muss die Branche den Spagat zwischen regulatorischem Druck und der Aufrechterhaltung der Investitionsbereitschaft schaffen. Wie dieser Balanceakt gelingt, wird die Zukunft der deutschen Glasfasernetze in den kommenden Jahren maßgeblich prägen.

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