Grüne fordern Aufklärung: Dobrindts widersprüchliche Rolle bei Beamten-Gehaltsskandal
Malte KrauseGrüne fordern Aufklärung: Dobrindts widersprüchliche Rolle bei Beamten-Gehaltsskandal
Die Grünen haben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt Antworten in der umstrittenen Reform der Besoldung im öffentlichen Dienst gefordert. Zweifel kamen auf, nachdem ein Gesetzentwurf erhebliche Gehaltserhöhungen für Spitzenbeamte vorsah – Dobrindt sich später jedoch von den Plänen distanzierte.
Marcel Emmerich, der innenpolitische Experte der Partei, warf dem Minister vor, die Erhöhungen ohne ausreichende Prüfung durchsetzen zu wollen. Der Streit entzündete sich an einem ursprünglichen Entwurf des Innenministeriums, der großzügige Gehaltsaufbesserungen für hochrangige Beamte vorsah. Dobrindt hatte die Vorlage zunächst unterstützt, behauptete später jedoch, die genauen Zahlen nicht gebilligt zu haben. Dieser Schwenk löste Vorwürfe wegen Missmanagements aus.
In einem Interview mit dem Spiegel fragte Emmerich, ob Dobrindt die Erhöhungen bewusst in Gang gesetzt habe, um sie anschließend herunterzuspielen. Er deutete an, der Minister könnte versucht haben, die Änderungen unbemerkt durchzuwinken.
Die Grünen fordern nun eine lückenlose Aufklärung des Vorgangs. Dobrindt müsse unverzüglich die neue Besoldungstabelle offenlegen und eine klare Erklärung abgeben, so die Partei. Emmerich verlangte zudem vollständige Transparenz, um das öffentliche Vertrauen in das Verfahren wiederherzustellen.
Der Vorstoß der Grünen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Gesetzentwurf weiterhin auf dem Prüfstand steht. Dobrindts widersprüchliche Haltung zu den Gehaltserhöhungen hat die Forderungen nach Aufklärung weiter verschärft. Ohne weitere Erklärungen, warnt die Partei, werde das Vertrauen in den Reformprozess weiter schwinden.






