05 June 2026, 18:39

Halle diskutiert Krisenresilienz: Wie gut ist der Bevölkerungsschutz wirklich?

Keine sicheren Räume, Vorbereitung auf Blackouts - Ist Halle bereit für die Krise? CDU-Diskussion zum 'Zivilschutz' am Dienstag im MMZ

Halle diskutiert Krisenresilienz: Wie gut ist der Bevölkerungsschutz wirklich?

Hochrangiger Dialog zum Bevölkerungsschutz in Halle (Saale) am Dienstag, 2. Juni 2026, um 18:00 Uhr

In Halle (Saale) findet am Dienstag, dem 2. Juni 2026, um 18:00 Uhr ein hochrangiger Dialog zum Thema Bevölkerungsschutz statt. Die von der CDU-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt organisierte Veranstaltung widmet sich der Frage, wie gut die Gesellschaft auf Krisen vorbereitet ist. Unter dem Titel „Perspektiven des Bevölkerungsschutzes: Wie krisenfest ist die Gesellschaft?“ diskutieren Expertinnen und Experten über kommunale und landesweite Resilienz in Notlagen.

Die Veranstaltung wird im Mitteldeutschen Multimediazentrum (MMZ) in Halle stattfinden. Zu den bestätigten Rednerinnen und Rednern zählen Dr. Tamara Zieschang, Kerstin Godenrath, Tobias Krull, Chris Schulenburg und Hendryk Stör. Im Mittelpunkt stehen bestehende Maßnahmen sowie mögliche Lücken in den Strategien des Zivilschutzes.

Halle selbst hat bereits Schritte unternommen, um seine Notfallsysteme zu stärken. Die Stadt ist vollständig an das bundesweite Modulare Warnsystem (MoWaS) angeschlossen, das Warnmeldungen über Cell Broadcast und Apps wie Katwarn an die Bevölkerung weitergibt. Zudem wird das Sirenennetz modernisiert – an 17 Standorten sind die Arbeiten bereits abgeschlossen, um die Abdeckung zu verbessern.

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Trotz dieser Fortschritte fehlen in Halle öffentliche Schutzräume, wie sie das Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz (ZSKG) vorsieht. Auch Wohnungsanbieter wie die GWG Halle-Neustadt GmbH und die Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH verfügen über keine speziellen Schutzräume oder besondere Vorbereitungen für Mieter. Allerdings hat die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft (HWS) die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung für bis zu drei Tage bei einem großflächigen Stromausfall gesichert.

Die Stadt arbeitet eng mit dem Land Sachsen-Anhalt, Hilfsorganisationen und der Bundeswehr zusammen und testet die Katastrophenbewältigung im Rahmen jährlicher Großübungen. In der Nähe befindet sich der Energiestandort Dieselstraße, betrieben von der EVH GmbH, der als zertifizierte Kritische Infrastruktur (KRITIS) strengen Sicherheitskontrollen und jährlichen externen Prüfungen unterliegt.

Der anstehende Dialog wird sowohl Fortschritte als auch Herausforderungen im halleschen Bevölkerungsschutz aufzeigen. Während Warnsysteme und Einrichtungen wie der Energiestandort Dieselstraße hohe Standards erfüllen, bestehen weiterhin Defizite bei der Bereitstellung von Schutzräumen. Ziel der Veranstaltung ist es, zu bewerten, wie gut Behörden, Unternehmen und Bürger auf künftige Krisen reagieren können.

Quelle