Hamburger Gericht verurteilt homophobe Beleidigungen in der U-Bahn zu 1.200 Euro Strafe
Gustav JacobHamburger Gericht verurteilt homophobe Beleidigungen in der U-Bahn zu 1.200 Euro Strafe
Ein Hamburger Gericht hat einen Mann zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro verurteilt, weil er einen anderen Fahrgast in der U-Bahn mit homophoben Beleidigungen überzogen hatte. Das Opfer, Tibor P., war nach dem nächtlichen Angriff, bei dem es zu Drohungen und abwertenden Bemerkungen gekommen war, tief erschüttert. Der Vorfall reiht sich in eine besorgniserregende Zunahme queerenfeindlicher Hasskriminalität in ganz Deutschland ein.
Die Auseinandersetzung begann, als Tibor P. nach dem Besuch eines Schwulenclubs in die U-Bahn stieg. Michael W., der Angreifer, griff ihn sofort mit Beleidigungen an, verspottete seine Lackschuhe und äußerte homophobe Kommentare. Überwachungsaufnahmen zeigten später, wie der Streit in körperliche Bedrohungen eskalierte.
Während des Prozesses kam heraus, dass Michael W. bereits mehrfach durch aggressives Verhalten aufgefallen war, darunter frühere Verurteilungen wegen Beleidigung von Polizeibeamten. Seine Vorstrafen flossen in die Urteilsfindung mit ein. Tibor P. schilderte, sich überfordert und gedemütigt gefühlt zu haben und fürchtete, die Situation könnte gewalttätig enden.
Ein Zeuge griff ein, um die Situation zu entschärfen – eine Tat, die der Richter später als mutig und notwendig lobte. Michael W. entschuldigte sich vor Gericht, und Tibor P. nahm seine Entschuldigung an. Dennoch sprach das Gericht Michael W. der Beleidigung und Bedrohung für schuldig und verhängte die Strafe in 150 Tagessätzen zu je acht Euro.
Der Fall unterstreicht eine alarmierende Entwicklung: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 2.048 queerenfeindliche Straftaten registriert – ein Zehnfaches im Vergleich zu 2010.
Michael W. muss für sein Verhalten 1.200 Euro zahlen, wobei das Gericht die Schwere der Tat betonte. Das Urteil fällt in eine Zeit, in der Behörden die steigende Zahl von Hassverbrechen gegen LGBTQ+-Personen weiter genau beobachten. Tibor P. hat den Vorfall inzwischen hinter sich gelassen, doch die emotionalen Folgen bleiben bestehen.






