20 April 2026, 02:11

Hamburgs Olympia-Bewerbung: Schulmaterialien nur mit einseitiger Perspektive

Buch mit dem Titel "Olympische Überprüfung Offizielle Veröffentlichung der Olympischen Bewegung" mit einer Stadtansicht auf dem Cover, das auf einer flachen Oberfläche liegt.

Hamburgs Olympia-Bewerbung: Schulmaterialien nur mit einseitiger Perspektive

Hamburgs Senat veröffentlicht Lehrmaterial zum Olympia-Bewerbungsverfahren – doch nur aus befürwortender Perspektive

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Die für Schulen bestimmten Unterlagen haben Kritik ausgelöst, weil sie gegnerische Standpunkte ausblenden. Kritiker werfen dem Senat vor, damit bewährte Grundsätze einer ausgewogenen politischen Bildung zu verletzen.

Die Materialien wurden vom Schulamt geprüft und für den Unterricht freigegeben. Sie enthalten jedoch keine Auseinandersetzung mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) selbst. Für Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 verlinken die Unterlagen ausschließlich olympiafreundliche Websites, während für ältere Jahrgänge die kritische Initiative NOlympia mit keinem Wort erwähnt wird.

Kritiker, darunter Vertreter von NOlympia, bemängeln, dass den Befürwortern der Spiele damit eine ungehinderte Plattform geboten werde. Dies führe zu einer einseitigen Darstellung und verstoße gegen den Beutelsbacher Konsens – ein Regelwerk, das Lehrkräften vorschreibt, keine Meinungen vorzugeben, Kontroversen fair darzustellen und Schüler zu eigenständigem Urteilen anzuleiten.

Die Schulbehörde verteidigt die Materialien mit dem Hinweis, dass Schüler sich durch zusätzliche Recherche eine eigene Meinung bilden könnten. Anders als bei früheren Kampagnen wird es diesmal keine "Es ist deine Wahl"-Tour geben, bei der Jugendliche mit Politikern und Aktivisten über die Spiele diskutieren konnten.

Unterdessen kündigte die Innenbehörde an, olympische Themen in Schulsportveranstaltungen zu integrieren. Zudem rief sie Schüler auf, sich ehrenamtlich für Hamburgs Bewerbung zu engagieren.

Der Streit zeigt, wie umstritten die Behandlung kontroverser Themen im Unterricht ist. Die Materialien bleiben vorerst im Umlauf, eine Überarbeitung ist nicht geplant. Lehrkräfte und Schüler müssen die Auseinandersetzung mit dem Thema nun mit den vorliegenden Unterlagen bewältigen.

Quelle