Handwerksverbände im Machtkampf: ZDK-Reformen spalten die Branche
Der Streit zwischen zwei großen deutschen Handwerksverbänden hat sich verschärft, nachdem der Zentralverband Deutsches Handwerk (ZDK) Ende Januar weitreichende Reformen eingeleitet hat. Die Änderungen reduzieren den Einfluss des Zentralverbandes des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZVK) und belasten die Werkstätten mit neuen finanziellen Forderungen – was zu Drohungen mit rechtlichen Schritten geführt hat.
Die Umstrukturierung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen zwischen den Organisationen einen Höhepunkt erreichen. Beide Seiten bereiten sich nun auf eine entscheidende Konfrontation bei der Mitgliederversammlung des ZVK im März vor.
Die Ende Januar beschlossenen Reformen zielen darauf ab, das Verhältnis zwischen ZDK und ZVK neu zu ordnen. Nach den neuen Statuten verliert der ZVK drei garantierte Sitze sowie ein Vizepräsidium in den Gremien des ZDK. Stattdessen soll nur noch ein Mitglied aus der Handwerksführung kommen – ein Schritt, der als Fortschritt hin zu mehr Transparenz dargestellt wird.
ZDK-Präsident Thomas Peckruhn und Geschäftsführer Jürgen Hasler argumentieren, die Änderungen spiegelten die Realität der Branche besser wider. Sie räumen zwar die Belastung für die Betriebe ein, lassen aber Raum für künftige Zusammenarbeit. Der ZVK hingegen verurteilt die Reformen, insbesondere die jährliche Gebühr von 100 Euro, die jede organisierte Werkstatt nun an die ZDK-Zentrale zahlen muss. Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün betont, der ZVK bleibe der wahre Vertreter der Werkstattbetriebe.
Der ZDK geht bereits dazu über, Landesverbände zu umgehen, indem er Werkstätten direkte Mitgliedschaften anbietet. Besonders im Fokus stehen dabei Betriebe in Bayern und Nordrhein-Westfalen. Mit diesem Vorgehen soll verhindert werden, dass Innungen isoliert werden, falls sich ihre regionalen Verbände zurückziehen. Der ZVK hat jedoch angekündigt, die Gebührenregelung gerichtlich anzufechten.
Der nächste entscheidende Moment steht am 18. März an, wenn die Mitgliederversammlung des ZVK darüber entscheidet, ob ein Kompromiss gesucht oder der Konflikt eskaliert wird.
Die Reformen markieren die erste formale Trennung zwischen ZDK und ZVK und beenden die gemeinsame Besetzung ihrer Gremien. Angesichts drohender Klagen und laufender Direktwerbekampagnen wird das Ergebnis der März-Versammlung die Zukunft beider Organisationen prägen. Nun hängt alles davon ab, ob eine Einigung gelingt – oder ob der Streit vor Gericht landet.






