Herbert Grönemeyer erhält Nationalpreis – und kritisiert Politiker scharf
Carolina SchleichHerbert Grönemeyer erhält Nationalpreis – und kritisiert Politiker scharf
Der Sänger Herbert Grönemeyer ist mit dem Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung für sein gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet worden. Der 70-jährige Künstler nutzte seine Dankesrede, um Politiker scharf zu kritisieren und zu mehr bürgerlichem Einsatz aufzurufen. Der jährlich verliehene Preis ist mit 50.000 Euro dotiert.
Grönemeyer thematisierte zu Beginn ein langjähriges Problem der politischen Kommunikation. Er warf Politikern vor, sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht ausreichend mit der Bevölkerung ausgetauscht zu haben. Dabei nannte er die Bundeskanzler Angela Merkel und Olaf Scholz namentlich und warf ihnen Schweigen sowie mangelnden Dialog vor.
In seiner Rede lehnte er Zukunftsängste ab und plädierte für einen optimistischen Ansatz. Die Gesellschaft brauche keine väterlichen oder mütterlichen Figuren wie eine „Mutti“ oder einen „Vati“, die sie anleiten, betonte er. Stattdessen müsse jeder Einzelne Eigeninitiative ergreifen, um eine Bewegung der gegenseitigen Unterstützung zu schaffen.
Der Musiker zog zudem einen ungewöhnlichen Vergleich: Politiker ähnelten Fußballspielern, die sich auf dem Platz trotz Konkurrenz oft effektiv abstimmten. Dies, so Grönemeyer, solle als Vorbild für eine bessere Zusammenarbeit in der Politik dienen.
Der Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung ehrt Persönlichkeiten und Initiativen, die sich für die Stärkung der Demokratie einsetzen. Grönemeyers Auszeichnung würdigt sein langjähriges Engagement für bürgerliche Verantwortung und Mitgestaltung. Seine Worte unterstreichen seinen Glauben an kollektives Handeln – statt an die Abhängigkeit von Führungspersönlichkeiten.






