13 March 2026, 16:13

Hessen streicht 10.000 Unterrichtsstunden – Proteste gegen "unvermeidbare" Kürzungen

Eine Säulen diagramm, das den Landes- und Kommunalausgaben für Bildung zeigt, wobei jede Säule einen anderen Bundesstaat darstellt und ihre Höhe die Höhe der Ausgaben angibt.

Krise um Schulfinanzierung vor Kommunalwahlen - Hessen streicht 10.000 Unterrichtsstunden – Proteste gegen "unvermeidbare" Kürzungen

Die hessische Landesregierung hat umstrittene Kürzungen der Unterrichtsstunden an Gesamtschulen durchgesetzt und damit heftigen Widerstand ausgelöst. Die Änderungen, die im Schuljahr 2026/2027 in Kraft treten sollen, sehen eine Streichung von rund 10.000 Wochenstunden im gesamten Land vor. Kritiker warnen, dass vor allem Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf betroffen sein werden – besonders in Frankfurt und Offenbach.

Die Kürzungen wurden nach einer Dringlichkeitssitzung bestätigt, die von den Grünen und der FDP einberufen worden war. Beide Parteien hatten beantragt, die Streichungen vorläufig auszusetzen, doch ihre Anträge wurden mit großer Mehrheit abgelehnt. Bildungsminister Armin Schwarz (CDU) verteidigte die Entscheidung und bezeichnete sie als eine auf das Schuljahr 2026/2027 begrenzte "Anpassungsmaßnahme".

Schon im Februar hatte Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) 1,5 Millionen Euro aus dem Etat seines Ressorts angeboten, um die Auswirkungen abzumildern. Dennoch trieb das Bildungsministerium die Pläne voran und bestand darauf, dass die Kürzungen unvermeidbar seien. Die hessische Landesgruppe der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte die Landesregierung scharf dafür, die massiven Proteste zu ignorieren.

Durch die Einschnitte fallen zudem etwa 400 Stellen weg, und im Bildungshaushalt werden 37 Millionen Euro gestrichen. Der bildungspolitische Sprecher der FDP, Moritz Promny, betonte, dass vor allem Schüler mit erhöhtem Förderbedarf unter den Kürzungen leiden würden. Der bildungspolitische Sprecher der Grünen, Daniel May, warnte, dass Schulen in Frankfurt am Main, der Stadt Offenbach und dem Landkreis Offenbach fast ein Drittel der gesamten Streichungen tragen müssten.

Die Maßnahmen treten im kommenden Schuljahr in Kraft und führen zum Wegfall tausender Unterrichtsstunden in Hessen. Da keine weiteren Zugeständnisse zu erwarten sind, bereiten sich Lehrkräfte, Gewerkschaften und Oppositionsparteien nun auf die Folgen vor. Die Landesregierung beharrt darauf, dass es sich um eine kurzfristige Lösung handele, doch Kritiker befürchten langfristige negative Auswirkungen.

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