Hufeisensiedlung wird 100: Ein Jahrhundert sozialer Architektur in Britz
Gustav JacobHufeisensiedlung wird 100: Ein Jahrhundert sozialer Architektur in Britz
Britz' ikonische Hufeisensiedlung feiert 2025 ihr 100-jähriges Jubiläum mit einem besonderen Festival
Das Event würdigt den anhaltenden Einfluss der Neuen Baubewegung, die in den 1920er-Jahren von den Architekten Bruno Taut und Martin Wagner geprägt wurde und das Konzept des bezahlbaren Arbeiterwohnungsbaus revolutionierte. Mit einem Mix aus Konzerten, Ausstellungen und kreativen Workshops wird die Geschichte der Siedlung für Besucher lebendig.
Das Festival ist Teil der Feierlichkeiten zum 650-jährigen Jubiläum von Britz und verbindet kulturelle Aktivitäten mit dem architektonischen Erbe der Siedlung. Neben Konzerten, Lesungen und Filmvorführungen gibt es einen von Schülern der Fritz-Karsen-Schule geleiteten Workshop. Das Programm umfasst zudem fachkundige Führungen und ein gemeinsames Picknick, die den Besuchern die geschwungene, gemeinschaftsorientierte Gestaltung der Anlage näherbringen.
Die Veranstalter haben die Unterstützung wichtiger Partner gewonnen, darunter Vonovia, das Landesdenkmalamt Berlin und der Verein der Freunde und Förderer der Hufeisensiedlung. Christoph Rauhut, Leiter des Denkmalamts, betonte, dass moderne Wohnsiedlungen wie diese auch heute noch frisch und dynamisch wirken. Ihr Einfluss reicht weit über Berlin hinaus und inspiriert weltweit nachhaltige Sozialwohnprojekte – auch wenn konkrete Beispiele kaum dokumentiert sind.
Die Hufeisensiedlung, in den 1920er-Jahren als Vorbild für bezahlbares, gemeinschaftsorientiertes Wohnen erbaut, steht exemplarisch für diese Epoche. Nahegelegene Projekte wie die Siedlung an der Oderstraße, die um 1925 fertiggestellt wurde, folgen ähnlichen Prinzipien. Aktuelle Sanierungen, etwa am Ottilenhof, zeigen, wie Tauts ursprüngliche Vision bewahrt und gleichzeitig an moderne Bedürfnisse angepasst wird.
Den Abschluss des Festivals bildet das Hufeisen-Fest mit wandernden Konzerten und einem gemeinsamen Picknick. Es feiert ein Jahrhundert innovativen Designs und unterstreicht die Bedeutung der Siedlung für Berlins Architekturgeschichte. Gleichzeitig wird die anhaltende Relevanz der Ideen Tauts und Wagners in der heutigen Wohnungsdebatte deutlich.






