Hunderte protestieren in Halle gegen rechtsextreme Kampfakademie mit AfD-Hintergrund
Carolina SchleichHunderte protestieren in Halle gegen rechtsextreme Kampfakademie mit AfD-Hintergrund
Hunderte Demonstranten versammelten sich am Wochenende in Halle, um gegen ein Kampfstudio mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene zu protestieren. Die Kundgebung richtete sich gegen die Gladiator Fight Academy, die Kritiker als Rekrutierungszentrum für extremistische Netzwerke anprangern. Organisiert von der antifaschistischen Gruppe Daumen runter forderten vor allem junge Aktivisten die sofortige Schließung des Studios.
Die Proteste fanden vor Halles Hauptbahnhof statt, wo die Menge Parolen wie „Nazis raus aus unseren Kiezen!“ skandierte. Ihre Wut galt insbesondere einer kürzlichen Veranstaltung des Studios, der Gladiator Fight Series, die im nahegelegenen Teutschenthal stattfand. Berichten zufolge zog der Wettkampf Teilnehmer an, die dem rechtsextremen Milieu zugerechnet werden.
Die Gladiator Fight Academy steht bereits länger wegen ihrer Verbindungen zur extremistischen Szene in der Kritik. Zu ihrem Kernteam gehört Theo Weiland, ein bekannter Kämpfer und ehemaliger Anführer des Jungsturms Erfurt, einer Gruppe mit rechtsextremen Bezügen. Eine weitere Schlüsselfigur ist Christopher Henze, dem Kontakte zur Hooligan-Szene des 1. FC Lokomotive Leipzig nachgesagt werden. Zudem ist Hans Krüger für das Studio tätig – ein Anhänger von Energie Cottbus und Nachwuchstrainer, der selbst bei den Veranstaltungen antritt.
Die jüngste Ausgabe der Gladiator Fight Series wurde in einem städtischen Kulturzentrum ausgetragen, was die öffentliche Empörung weiter anheizte. Kritiker monieren, dass öffentliche Einrichtungen nicht für Treffen mit mutmaßlichen Extremistenbezug genutzt werden dürften.
Der Protest erfolgt vor dem Hintergrund steigender politischer Spannungen in der Region. In Sachsen-Anhalt erreichte die rechtspopulistische AfD bei der Bundestagswahl 2025 mit 37,3 % ein Rekordresultat. Aktuelle Umfragen deuten darauf hin, dass die Partei bei der anstehenden Landtagswahl sogar 38 % erreichen könnte.
Die Demonstration unterstreicht die wachsende Sorge über den Einfluss rechtsextremer Kreise in lokalen Sport- und Gemeinschaftsräumen. Während Aktivisten weitere Maßnahmen gegen die Gladiator Fight Academy fordern, geraten die Behörden unter Druck, die mutmaßlichen Extremistenverbindungen des Studios zu untersuchen. Angesichts des wachsenden öffentlichen Widerstands bleibt die Zukunft des Kampfstudios ungewiss.






