IG-BCE-Chef fordert drastische Steuerreformen für Superreiche und Gutverdiener
Malte KrauseIG-BCE-Chef fordert drastische Steuerreformen für Superreiche und Gutverdiener
Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BCE, hat weitreichende Steuerreformen vorgeschlagen, die sich vor allem gegen die Vermögendsten in Deutschland richten. Sein Plan umfasst höhere Erbschaftssteuern, eine neue Vermögensabgabe sowie Anpassungen beim Spitzensteuersatz. Die Änderungen sollen Infrastrukturprojekte und die nationale Sicherheit finanzieren.
Vassiliadis schlägt vor, den Spitzensteuersatz um zwei bis drei Prozentpunkte anzuheben – von derzeit 42 Prozent. Gleichzeitig plädiert er dafür, die Grenze für diesen Satz auf etwa 100.000 Euro Bruttojahreseinkommen festzulegen. Diese Verschiebung würde mehr Gutverdiener in die höchste Steuerklasse drängen, während die Belastung für diejenigen knapp darunter sinkt.
Zudem unterstützt er eine Vermögenssteuer für Personen mit Jahreseinkünften von über 200.000 Euro. Die zusätzlichen Einnahmen, so seine Argumentation, sollten in den Ausbau öffentlicher Dienstleistungen, die Modernisierung von Straßen und Schienen sowie höhere Verteidigungsausgaben fließen. Vassiliadis räumt zwar Bedenken von Wirtschaftsverbänden ein, wonach Betriebsvermögen nicht zusätzlich belastet werden sollte, betont aber, dass auch Superreiche von einem stabilen und gut finanzierten Staat profitieren.
Bei der Erbschaftssteuer fordert er höhere Abgaben, da er der Ansicht ist, dass konzentrierter Reichtum stärker zur Gesellschaft beitragen muss. Er unterstreicht, dass die wirtschaftliche Elite Deutschlands auf eine leistungsfähige Infrastruktur und Sicherheit angewiesen ist – beides erfordere kontinuierliche Investitionen.
Die Pläne sehen vor, den Spitzensteuersatz auf 44 oder 45 Prozent zu erhöhen und zusätzliche Abgaben auf hohe Einkommen und Erbschaften zu erheben. Sollten die Maßnahmen umgesetzt werden, könnten sie die Finanzierung öffentlicher Dienstleistungen und des Militärs in Deutschland grundlegend verändern. Wirtschaftsführer zeigen sich jedoch besorgt über mögliche negative Auswirkungen auf Investitionen und das Wirtschaftswachstum.






