Jäger in Hessen erschießt Fuchs und Waschbär während der Brutzeit – jetzt droht Anklage
Liesbeth KuhlJäger in Hessen erschießt Fuchs und Waschbär während der Brutzeit – jetzt droht Anklage
Ein Jäger aus Twistetal in Hessen steht unter dem Verdacht, Wildtiere illegal getötet zu haben, nachdem ein Hobbyfotograf die Schüsse beobachtet hatte. Der Vorfall ereignete sich am 24. April um 9:30 Uhr, als ein Fuchsrüde während der gesetzlich geschützten Brutzeit erschossen wurde. Tierschutzorganisationen haben nun rechtliche Schritte gegen den Jäger eingeleitet.
Der Fotograf Martin F. bezeugte, wie der Jäger auf den Fuchs in der Nähe seines Baus schoss. Die Kadaver des Tieres sowie eines weiteren toten Waschbären wurden später in der Nähe entsorgt. Nur 15 Minuten nach der Tötung des Fuchses feuerte derselbe Jäger dreimal mit einer Pistole auf einen Waschbären, der sich in einer ausgehöhlten Baumwurzel versteckt hielt.
Die detaillierte Schilderung und die Fotos des Fotografen liefern klare Beweise für die Tötungen. Der Wildtierschutz Deutschland und PETA haben bei der Staatsanwaltschaft Marburg Strafanzeige erstattet. Sie argumentieren, dass der Jäger nicht nur gegen jagdrechtliche Bestimmungen verstoßen, sondern auch die Sicherheit des Fotografen gefährdet habe.
In Deutschland gibt es kein zentrales System zur Erfassung von Todesfällen in Verbindung mit der Jagd, obwohl jährlich etwa 10 bis 15 tödliche Unfälle registriert werden. Zwar müssen Jäger strenge Ausbildungs- und Lizenzauflagen erfüllen, doch Experten zufolge werden Verstöße selten gemeldet. Schwache Kontrollen, mangelnde Beweislage und eine oft nachsichtige Justiz erschweren häufig die Strafverfolgung.
Die Staatsanwaltschaft muss nun entscheiden, ob Anklage erhoben wird. Bei einer Verurteilung drohen dem Jäger Strafen nach dem deutschen Waffen- und Jagdrecht. Der Fall könnte zudem grundsätzliche Probleme bei der Durchsetzung des Tierschutzes in der Jagd aufzeigen.






