20 April 2026, 02:11

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit System

Schwarze und weiße Visitenkarte für Jackson & Damper Senfhersteller, Nr. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit System

Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – als Protest gegen die aggressive Durchsetzung der Markenrechte durch das Modeunternehmen. Die Aktion steht in einer langen Tradition des Luxuslabels, das immer wieder kleinen Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen, die das Wort "BOSS" nutzen, Abmahnungen zukommen lässt.

Der Konflikt eskalierte, als der 1924 gegründete Konzern mehrere Kleinbetriebe wegen ihrer Namenswahl ins Visier nahm. Die Brauerei Boss Brewing aus Swansea musste rund 12.000 Euro Anwaltskosten aufbringen, nachdem sie eine Unterlassungsaufforderung erhalten hatte. Auch die Hilfsorganisation DarkGirlBoss sah sich mit juristischen Drohungen konfrontiert, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.

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Zudem gerät die Firmengeschichte zunehmend in die Kritik. Während des Zweiten Weltkriegs fertigte Hugo Boss SS-Uniformen für die Nationalsozialisten – unter Zwangsarbeit. Firmengründer Hugo Ferdinand Boss war langjähriges NSDAP-Mitglied und Unterstützer Adolf Hitlers. Erst 2011 entschuldigte sich das Unternehmen öffentlich für das "Leid und die Entbehrungen", die in seinen Fabriken während dieser Zeit verursacht wurden.

Lycett hat sich nun selbst in Hugo Boss umbenannt, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Unter diesem Namen wird er in seiner Show "Got Your Back" ein neues Produkt vorstellen. Der Komiker betonte dabei, dass er – anders als das Original – keine Nazi-Uniformen produziert habe.

Der Modegigant setzt seine Markenrechte weiterhin weltweit durch und beschäftigt über 14.000 Mitarbeiter in 127 Ländern. Lycetts Protest lenkt den Fokus auf die Folgen solcher Klagen für kleinere Organisationen. Der Streit bleibt vorerst ungelöst – doch mit seiner Namensänderung stellt der Komiker das Unternehmen öffentlich zur Rede.

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