07 May 2026, 06:11

Jungheinrich kämpft mit Wertverlust und Führungswechsel nach Finanzkrise

Logo der 48. Versorgungsmanagementstaffel mit einem blauen Schild mit einem weißen Stern, einem weißen Banner mit der Aufschrift "Versorgungsmanagement" in blau und dem Text "48. Versorgungsmanagementstaffel" in fetter schwarzer Schrift.

Jungheinrich kämpft mit Wertverlust und Führungswechsel nach Finanzkrise

Jungheinrich hat seit Ende 2025 fast 30 Prozent seines Marktwerts verloren. Der einst deutlich höher bewertete Staplerhersteller aus Hamburg kommt nun auf eine Marktkapitalisierung von rund 2,6 Milliarden Euro. Der Wertverfall fällt zusammen mit Führungswechseln und finanziellen Turbulenzen beim traditionsreichen Unternehmen.

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Neuester Personalwechsel: Finanzvorständin Heike Wulff verlässt das Unternehmen vorzeitig. Ihr Vertrag hätte eigentlich bis Mai 2027 gelaufen, doch nach einer einvernehmlichen Lösung mit dem Aufsichtsrat endet ihre Tätigkeit nun früher. Damit klärt sich eine Lücke in der Finanzabteilung.

Dass es bei Jungheinrich kriselt, wurde bereits Anfang 2026 deutlich, als Wulff in den Vorstand berufen wurde. Ihre Amtszeit sollte bis 2027 dauern, doch finanzielle Rückschläge verkürzten ihre Zeit im Unternehmen. Im ersten Quartal brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um die Hälfte ein. Ein Streik im Werk Lüneburg und der harte Wettbewerb in der Branche verschärften die Lage zusätzlich.

Mit Wulffs Abgang übernimmt Vorstandschef Lars Brzoska kommissarisch die Finanzressorts. Ein dauerhafter Nachfolger für die Position des Finanzvorstands (CFO) steht noch nicht fest. Bis eine Lösung gefunden ist, wird Brzoska sowohl seine Aufgaben als CEO als auch die Finanzverantwortung stemmen müssen.

Die Eigentumsverhältnisse bei Jungheinrich bleiben fest in der Hand der Gründerfamilie. Die 54 Millionen stimmberechtigten Aktien – nicht öffentlich gehandelt – sind gleichmäßig auf die Nachkommen der beiden Töchter des Firmengründers Friedrich Jungheinrich aufgeteilt. Sie halten damit 53 Prozent der Anteile und sichern sich so die Mehrheit. Die verbleibenden 45 Millionen stimmrechtslosen Vorzugsaktien, die im MDAX notiert sind, befinden sich größtenteils in Streubesitz.

Jetzt steht das Unternehmen vor der doppelten Herausforderung, die Finanzen zu stabilisieren und gleichzeitig einen neuen Finanzchef zu finden. Brzoskas Doppelfunktion ist eine Übergangslösung, während Jungheinrich durch eine Phase der Unsicherheit navigiert. Wie sich die Führungswechsel und die Marktprobleme auswirken, wird den Kurs des Unternehmens in den kommenden Monaten prägen.

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