30 March 2026, 22:12

Kassel testet bahnbrechende Lösungen für Trinkwasser und Wasserstoff aus Abwasser

Ein Plakat zeigt eine United States Drought Monitor-Karte vom 10. Januar 2023 mit begleitendem Text und Logos.

Kassel testet bahnbrechende Lösungen für Trinkwasser und Wasserstoff aus Abwasser

Kassel kämpft mit wachsenden Herausforderungen bei der Trinkwasserversorgung – verursacht durch den Klimawandel und extreme Wetterereignisse. Die Stadt, die ihr Wasser aus Quellen im Habichtswald und Kaufunger Wald, aus Tiefbrunnen sowie durch Grundwasseranreicherung bezieht, erprobt nun neue Lösungen, um die Zukunft ihrer Wasserversorgung zu sichern. Das Forschungsprojekt Flexilience, geleitet von der Universität Kassel, zielt darauf ab, die Versorgung widerstandsfähiger zu machen und gleichzeitig die Möglichkeit zu erforschen, Wasserstoff aus Nebenprodukten der Wasseraufbereitung zu gewinnen.

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Das Projekt Flexilience startete im März 2025 mit einer Förderung von 2,6 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Sein Hauptziel besteht darin, Kassels Trinkwasser vor Dürren und klimabedingten Belastungen zu schützen. Eine zentrale Innovation ist eine Ultrafiltrationsanlage, die trübes Quellwasser aus dem Habichtswald reinigen soll – und so auch bei Extremwetter eine stabile Versorgung gewährleisten kann.

Darüber hinaus wird im Rahmen des Projekts ein System getestet, das Wasserstoff aus Filterrückspülwasser erzeugt. Die Forscher setzen dabei auf einen Elektrolyseur mit einer speziellen Membran, um das Gas zu gewinnen und aus einem Abfallprodukt eine potenzielle Energiequelle zu machen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Pumpspeicher-Systemen, die wie eine Batterie funktionieren könnten: Sie speichern überschüssige Energie für eine spätere Nutzung.

Die Maßnahmen werden im Versorgungsnetz der Stadtwerke Kassel, des städtischen Energie- und Wasserversorgers, erprobt. Zwar ist Kassel der Hauptteststandort, doch ähnliche Projekte zur Dürreanpassung – etwa der Ausbau von Wasserspeichern, Nachfragesteuerung oder vernetzte Versorgungsstrukturen – laufen bereits in Ostdeutschland, Bayern und der Rhein-Region. Bei Erfolg könnte Flexilience als Modell für Dutzende weiterer wassergestresster Kommunen in ganz Deutschland dienen.

Das Projekt verbindet Wassersicherheit mit Energieinnovation und adressiert damit zwei drängende Herausforderungen gleichzeitig. Sollten sich die Ultrafiltrationsanlage, die Wasserstoffproduktion und die Energiespeichersysteme als wirksam erweisen, ließe sich Kassels Ansatz auch anderswo umsetzen. Die Ergebnisse könnten künftige Strategien der Wasserbewirtschaftung in Regionen prägen, die mit ähnlichen klimatischen Belastungen konfrontiert sind.

Quelle