Kontroverse um Kushners Luxusresort in albanischem Nationalpark eskaliert
Malte KrauseKontroverse um Kushners Luxusresort in albanischem Nationalpark eskaliert
Ein geplanter Milliarden-Dollar-Luxusresort auf einer geschützten albanischen Insel hat für Kontroversen gesorgt. Das mit Jared Kushner in Verbindung stehende Projekt stößt auf Proteste und wirft Fragen zum Umweltschutz auf. Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, steht nur selten im Fokus der weltweiten Aufmerksamkeit.
Im Mittelpunkt des Streits steht das Vjosa-Narta-Delta, das 2023 zu Europas erstem Nationalpark für Wildflüsse erklärt wurde. In dem Gebiet gedeiht seltene Tierwelt, doch Bauarbeiten lösten eine Protestbewegung aus, die als „Flamingo-Revolution“ bekannt wurde – Demonstranten schwenkten dabei pinkfarbene Flamingo-Ausschnitte.
Jared Kushner, der Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, plant auf der Insel ein Luxusressort zu errichten. Seine Investmentfirma Affinity Partners wurde gegründet, um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und der arabischen Welt zu stärken. Der albanische Ministerpräsident Edi Rama verlieh einem mit Kushner verbundenen Unternehmen den Status eines „strategischen Investors“, wodurch es Umweltprüfungen umgehen darf.
Albanien ist ein mehrheitlich muslimisches, aber säkularer Staat, NATO-Mitglied mit proamerikanischer Ausrichtung und ein EU-Beitrittskandidat. Die engen Beziehungen zu Israel passen in Israels „Peripherie-Strategie“, die darauf abzielt, die Bindungen zu nicht-arabischen Staaten in der Region zu festigen.
Die EU könnte reagieren, indem sie Albanien zu mehr Transparenz und einer strengeren Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit auffordert. Das Schicksal des Projekts könnte eine Nagelprobe für das Engagement des Landes im Umweltschutz und seine Ausrichtung an europäischen Standards werden.






