31 March 2026, 12:16

Lagarde präsentiert Dreistufenplan gegen Energieschocks durch Iran-Konflikt

Plakat mit der Aufschrift "Unter dem Inflationsreduktionsgesetz von Präsident Biden" in fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, unterteilt in zwei Abschnitte: Der obere Abschnitt erläutert die Auswirkungen des Gesetzes und der untere Abschnitt zeigt eine blaue und grüne Farbdarstellung.

Lagarde präsentiert Dreistufenplan gegen Energieschocks durch Iran-Konflikt

EZB-Präsidentin Christine Lagarde skizziert Dreistufenplan gegen mögliche Energieschocks durch Iran-Konflikt

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat einen dreigliedrigen Plan vorgelegt, um mögliche Energieschocks infolge des Iran-Konflikts zu bewältigen. Die Strategie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Ölpreise von rund 72 US-Dollar pro Fass Anfang 2022 auf über 120 Dollar bis März 2026 gestiegen sind – ausgelöst durch Spannungen in der Straße von Hormus. Steigende Preise und unterbrochene Schifffahrtsrouten haben bereits Befürchtungen einer verlangsamten Wirtschaftsentwicklung und höherer Inflation geschürt.

Die jüngsten Prognosen der EZB warnen vor Stagnation oder gar einer Rezession, falls sich die Energieschocks verschärfen, während der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einer globalen Wachstumsabschwächung bei gleichzeitig höheren Preisen rechnet.

Lagardes erster Ansatz besteht darin, kurzfristige Preissprünge bei Energie zu ignorieren. Die EZB geht davon aus, dass eine Reaktion auf vorübergehende Schocks mehr schaden als nützen könnte, da politische Maßnahmen Zeit brauchen, um zu wirken. Diese "Durchschau-Methode" vermeidet unnötige Eingriffe, wenn Inflationsdruck nur temporär ist.

Die zweite Option sieht eine moderate Anpassung der Geldpolitik vor, falls die Inflation zwar über dem Zielwert liegt, aber nicht von Dauer sein dürfte. In diesem Fall würde die EZB die Zinssätze oder andere Instrumente behutsam anpassen, um die Preise stabil zu halten – ohne überzureagieren.

Die dritte und entschlossenste Reaktion greift, wenn die Inflation droht, über einen längeren Zeitraum deutlich über dem EZB-Ziel von 2 Prozent zu bleiben. Lagarde warnte in diesem Fall vor kräftigen Gegenmaßnahmen, selbst wenn diese eine Rezession vertiefen könnten. Das worst-case-Szenario der Bank geht von einer übermäßig hohen Inflation über mehr als zwei Jahre aus, was starke Eingriffe erfordert, um sie wieder unter Kontrolle zu bringen.

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Die jüngsten Störungen haben den globalen Handel bereits beeinträchtigt. Angriffe der Huthi-Rebellen auf die Schifffahrt Ende 2023 halbierten den Verkehr durch den Suezkanal, der sich bis heute nicht erholt hat. Nun wachsen die Sorgen vor weiteren Blockaden in der Straße von Hormus, einer kritischen Ölroute.

Philip Lane, Chefvolkswirt der EZB, verglich den Entscheidungsprozess mit einem "geordneten Probit-Modell". Bei jedem Treffen werden die Währungshüter bewerten, ob sie den Schock ignorieren, die Politik leicht anpassen oder entschlossen handeln sollen. Die aktuellen Ölpreise bewegen sich nahe am negativen Szenario der EZB – schlechter als üblich, aber noch nicht auf Krisenniveau.

Die Szenarien der EZB zeigen, dass ein schwieriger Spagat bevorsteht. Sollten die Energieschocks anhalten, könnte die Inflation jahrelang hoch bleiben und die Notenbank vor harte Entscheidungen stellen: Preise unter Kontrolle bringen oder das Wachstum schützen. Die Warnung des IWF vor "höheren Preisen und schwächerem Wachstum" unterstreicht die globalen Risiken, die durch Handelsstörungen und Ölpreisschübe noch verschärft werden.

Quelle