Lia Rodrigues erhält Katholischen Kunstpreis für revolutionären Tanzaktivismus
Malte KrauseLia Rodrigues erhält Katholischen Kunstpreis für revolutionären Tanzaktivismus
Die brasilianische Choreografin Lia Rodrigues ist mit dem Katholischen Kunst- und Kulturpreis Deutschland ausgezeichnet worden, der mit 25.000 Euro dotiert ist. Die Verleihung fand am 28. September 2021 in Solingen statt und würdigte ihr mutiges Wirken in Tanz und sozialem Aktivismus. Rodrigues bedankte sich und betonte, durch ihre Arbeit weiterhin die Zukunft der Kunst mitgestalten zu wollen.
Der Preis, der alle zwei bis vier Jahre in wechselnden künstlerischen Disziplinen vergeben wird, ging zuvor unter anderem an den Architekten Peter Zumthor und den Komponisten Mark Andre. Die diesjährige Jury ehrte Rodrigues für ihren furchtlosen Einsatz von Tanz als Form des Widerstands. Besonders hervorgehoben wurde ihre Entscheidung, ihre Kompanie in eine Favela von Rio de Janeiro zu verlegen – ein prägender Akt des Engagements.
Während der Feierlichkeit trug Ruth Amarante auf Rodrigues’ Wunsch eine „getanzte Laudatio“ vor. Bischof Dr. Georg Bätzing wies darauf hin, wie die Kirche den Tanz oft als mächtiges Ausdrucksmittel unterschätze. Peter Limbourg lobte unterdessen Rodrigues’ Einsatz für gesellschaftlichen Wandel, insbesondere ihre Arbeit in benachteiligten Gemeinschaften.
Rodrigues selbst forderte die katholische Kirche auf, zu einer „zuhörenden Kirche“ zu werden – einer Institution, die den Kämpfen der Armen Gehör schenkt. Zudem betonte sie die Bedeutung einer Kultur, die allen offensteht und nicht nur einer privilegierten Minderheit.
Die Auszeichnung rückt Rodrigues’ Werk weiter in den Fokus. Ihre Verbindung von künstlerischer Innovation und sozialem Engagement stellt kulturelle wie religiöse Institutionen gleichermaßen infrage. Preisgeld und Anerkennung werden voraussichtlich ihre laufenden Projekte in Brasilien und darüber hinaus unterstützen.






