Linkes Festival protestiert gegen Rückkehr der Wehrpflicht in Deutschland
Liesbeth KuhlLinkes Festival protestiert gegen Rückkehr der Wehrpflicht in Deutschland
Linkes-Partei-Festival in Deutschland: Protest gegen Wiedereinführung der Wehrregistrierung
Ein Festival der Linken in Deutschland hat den Widerstand gegen das wiederbelebte Meldesystem für Wehrpflichtige im Land in den Fokus gerückt. Die Veranstaltung zog vor allem junge Menschen an, auf der Reden die Wehrpflicht und die zunehmende Militarisierung scharf verurteilten. Seit Anfang 2023 sind junge Männer, die 2008 oder später geboren wurden, gesetzlich verpflichtet, einen Fragebogen zur Wehrregistrierung auszufüllen.
Auf dem Festival fragte Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, die Anwesenden, ob sie freiwillig gekommen seien. Später rief sie sie dazu auf, sich der Registrierung zu widersetzen, und erklärte: „Nein zum Wehrdienst, nein zur Militarisierung und nein zu einer Regierung, die Entscheidungen gegen euch und ohne euch trifft!“
Desirée Becker, Mitglied des Verteidigungsausschusses für die Linke, argumentierte, dass die Wehrpflicht die Zahl der aktiven Soldaten in der Bundeswehr nicht erhöhen werde. Sie wies darauf hin, dass Wehrpflichtige nicht über die Fähigkeiten verfügten, die modernen Waffensysteme der Armee zu bedienen. Aktuell zählt die Bundeswehr knapp 186.000 aktive Soldatinnen und Soldaten – damit ist bereits das Mindestziel erreicht, das das Wehrpflichtgesetz für 2026 vorsieht.
Daniel Lücking, ehemaliger Soldat und Berater der Linken, berichtete von seinen Erfahrungen mit der Produktion von Radioprogrammen in Afghanistan, die die lokale Bevölkerung zur Zusammenarbeit mit deutschen Truppen bewegen sollten. Diese Arbeit bezeichnete er als Propaganda. Unterdessen betonte Justin Klemm, selbst nicht mehr wehrpflichtig, dass junge Menschen keine Waffen in die Hand gegeben bekommen sollten und öffentliche Mittel besser in soziale Programme fließen müssten.
Bisher wurden nur Freiwillige zu grundlegenden Eignungstests eingeladen, da die Bearbeitungskapazitäten der Bundeswehr begrenzt sind. Bis Anfang Mai hatten etwa ein Viertel der betroffenen jungen Männer den vorgeschriebenen Fragebogen noch nicht ausgefüllt – ihnen drohen nun Bußgelder.
Das Festival unterstrich den starken Widerstand gegen die Wehrregistrierung unter jungen Deutschen. Zwar erfüllt die Bundeswehr bereits jetzt die für 2026 gesetzten Personalziele, doch die gesetzliche Meldepflicht bleibt bestehen. Wer den Fragebogen nicht ausfüllt, muss mit Strafen rechnen.






