Maskenaffäre: 1,2 Milliarden Euro Schadensersatz und keine Verantwortlichen
Gustav JacobMaskenaffäre: 1,2 Milliarden Euro Schadensersatz und keine Verantwortlichen
Der Streit um die Maskendeals Deutschlands während der Pandemie nimmt weiter an Fahrt auf. Mehr als 100 Lieferanten haben die Bundesregierung auf Schadensersatz in Höhe von über 1,2 Milliarden Euro verklagt – verbunden mit unbeglichenen Forderungen aus Verträgen, die unter dem damaligen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) abgeschlossen wurden. Kritiker fragen sich inzwischen, warum trotz wachsender Beweise für Fehlmanagement keine politische Verantwortung gezogen wurde.
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht das Logistikunternehmen Fiege, das mit der Abwicklung der Maskenlieferungen beauftragt wurde, dabei aber schwerwiegende operative Pannen verursachte. Die Beratungsfirma EY warnte vor erheblichen Risiken, doch das Gesundheitsministerium leitete keine rechtlichen Schritte gegen Fiege ein – trotz dessen Rolle bei den Verzögerungen.
Die Probleme begannen während der COVID-19-Pandemie, als die Bundesregierung unter Hochdruck Schutzmasken beschaffte. Der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn spielte eine zentrale Rolle bei der Vermittlung der Verträge mit den Lieferanten. Doch der Logistikpartner Fiege scheiterte an der Bewältigung der eingehenden Lieferungen, was zu massiven Verzögerungen und finanziellen Verlusten bei den Lieferanten führte.
Bis Anfang 2026 hatten die Lieferanten Schadensersatzforderungen in Höhe von über 1,2 Milliarden Euro gegen die Regierung eingereicht. Rund 450 Millionen Euro davon wurden bereits anerkannt oder teilweise bewilligt. Allein die Bundesregierung richtete 1.060 Anfragen und Nachfragen an Fiege wegen der Verzögerungen – ein deutliches Zeichen für das Ausmaß der Probleme.
Die Beratungsfirma EY warf Fiege später vor, bei den Maskenverträgen schwerwiegende Probleme verursacht zu haben. Trotz Warnungen vor hohen Klagisiken unternahm das Gesundheitsministerium keine Schritte, um Schadensersatz von dem Unternehmen einzufordern. Die Grünen gingen noch weiter und warf dem Ministerium vor, über das Ausmaß von Fieges Versagen bewusst getäuscht zu haben.
Oppositionsabgeordnete fordern seitdem Aufklärung. Die Grünen reichten 90 Fragen zu Spahns Beteiligung ein, erhielten jedoch nur ausweichende Antworten der Regierung. Kritiker monieren nun, dass das Ausbleiben von Konsequenzen für die Verantwortlichen Zweifel an Transparenz und Rechenschaftspflicht im Krisenmanagement aufwirft.
Die Maskenaffäre hat die Lieferanten um ihre Forderungen gebracht und wirft Fragen zur Kontrolle bei Notfallbeschaffungen auf. Mit Schadensersatzforderungen von über 1,2 Milliarden Euro und ohne rechtliche Schritte gegen Fiege bleibt die finanzielle und politische Aufarbeitung ungelöst. Die Opposition drängt weiter auf klare Antworten: Wer wusste was – und wann – bei den Pandemie-Deals?






