21 March 2026, 18:13

Mit dem Mountainbike auf den Spuren hessischer Wolgadeutscher – eine Expedition zwischen Geschichte und Abenteuer

Schwarze und weiße Zeichnung einer mongolischen Berglandschaft mit einem Zug im Vordergrund, umgeben von Bäumen, Hügeln und Himmel, mit Text unten, der "Mongolische Landschaft mit Reisenden und einem Zug" lautet.

Mit dem Mountainbike auf den Spuren hessischer Wolgadeutscher – eine Expedition zwischen Geschichte und Abenteuer

Eine engagierte Gruppe von Mountainbikern hat eine ehrgeizige Reise entlang der Wolga abgeschlossen und damit die Spuren hessischer Siedler aus dem 18. Jahrhundert nachgezeichnet. Das HMB-Team, bekannt für seine weltweiten Expeditionen, bereitete sich zwei Jahre lang auf diese Tour vor, die sowohl historische Wurzeln als auch den bis heute in der Region gesprochenen Dialekt der Wolgadeutschen erkundete.

Ihre Route folgte dem Weg der Familie Engel – von Hessen bis nach Nur-Sultan – und verband Abenteuer mit kultureller Entdeckung. Unterwegs mussten sie logistische Hürden überwinden, darunter den Transport von E-Bike-Akkus durch Russland und Kasachstan, doch Sponsoren erleichterten ihnen den Weg.

Die Expedition begann mit einem historischen Fokus: Sie verfolgte die Migration hessischer Familien in die Wolgaregion nach der Einladung Katharinas der Großen im Jahr 1763. Zwar sind die genauen Zahlen nicht dokumentiert, doch ab 1764 ließen sich Tausende Deutsche dort nieder – angelockt von Steuererleichterungen und Landversprechen. Wirtschaftliche Not in Europa trieb sie zur Auswanderung, und Spuren ihrer Präsenz finden sich noch heute in ehemaligen Gebieten der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen, die heute zu den Oblasten Saratow und Wolgograd gehören. Viele Gemeinden wurden später durch sowjetische Deportationen zerrissen, doch Museen wie das Wolhynien-Umsiedlermuseum bewahren ihre Geschichten.

Für das HMB-Team hatte die Reise eine persönliche Bedeutung. Die Gruppe entdeckte, dass in einigen Teilen der Wolgaregion noch immer ein einzigartiger Dialekt – das sogenannte "Russland-Hessisch" – gesprochen wird, was unerwartete Verbindungen zu den Einheimischen schuf. Die Radfahrer betonten auch die Herzlichkeit der Menschen, die sie trafen, besonders auf dem Abschnitt von Russland nach Kasachstan, wo die Gastfreundschaft bleibenden Eindruck hinterließ.

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Dies war nicht ihre erste Herausforderung. Das Team, dessen Kernmitglieder seit über 25 Jahren gemeinsam unterwegs sind, hat bereits Expeditionen in China, Brasilien, Namibia und Japan gemeistert. Ihre Erfahrung und die bewährte Mannschaft halfen ihnen, Hindernisse zu überwinden – etwa strenge Vorschriften beim Transport der E-Bike-Akkus. Sponsoren sicherten durch ihre Unterstützung zuverlässige Verbindungen und Ausrüstung während der gesamten Tour.

Nun widmet sich die Gruppe der Nachbereitung: Sie schneiden Filmaufnahmen und Tagebucheinträge zu einem Dokumentarfilm, dessen Premiere für Dezember geplant ist. Der Film wird kostenlos auf YouTube verfügbar sein und einen detaillierten Einblick in ihre Reise sowie die entdeckten kulturellen Verbindungen bieten.

Die Wolga-Expedition des HMB-Teams ist abgeschlossen – zurück bleibt eine Dokumentation von Abenteuer und Erbe. Der Film, der im Dezember erscheint, wird die Herausforderungen der Tour, den lebendigen "Russland-Hessisch"-Dialekt und die entstandenen Freundschaften festhalten.

Mit Jahrzehnten globaler Touren im Rücken setzt sich das Team weiterhin höhere Ziele: Es verbindet Erkundung mit Geschichten, die ein weltweites Publikum begeistern.

Quelle