20 March 2026, 06:12

Münchens stiller Bayernkult statt multikultureller Fanfaren für Lahav Shani

Ein detaillierter alter Stadtplan von München, Deutschland, mit Straßen, Parks, Flüssen und Bergen, umgeben von einem dekorativen Rand in Blau-, Grün- und Gelbtönen.

Münchens stiller Bayernkult statt multikultureller Fanfaren für Lahav Shani

München hat sich stets für seine eigenen kulturellen Traditionen entschieden – statt für eine breite multikulturelle Öffnung. Die Haltung der Stadt, oft als Bayernkult bezeichnet, verbindet lokalen Stolz mit einer gezielten Offenheit. Das zeigte sich erneut, als Lahav Shani die Leitung der Münchner Philharmoniker als neuer Musikdirektor übernahm.

Anders als Berlin, das Simon Rattle vor Jahren mit großem Tam-Tam begrüßte – inklusive "Willkommen!"-Schildern und scherzhaften Anspielungen auf seine Frisur als "Hair Rattle" – fiel der Empfang in München deutlich zurückhaltender aus. Shani wird in der Stadt schlicht mit einem freundlichen "Servus!" begrüßt, statt mit großen Gesten.

Als Rattle noch die Berliner Philharmoniker leitete, machte die Hauptstadt ihre Begeisterung unübersehbar. Plakate und Schilder hießen ihn willkommen, manche nannten ihn scherzhaft "Hair Rattle" – eine Anspielung auf seine markante Haartracht. München hingegen setzt auf andere Töne.

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Die Idee einer "Schalom"-Kampagne, um mit Shanis Amtsantritt die Offenheit der Stadt zu betonen, wurde zwar diskutiert, aber nie umgesetzt. Stattdessen blieb der Fokus auf lokale Bräuche. Selbst Rattle, der die Münchner Philharmoniker als Gastdirigent leitete, passte sich der bayerischen Kultur an – etwa mit einer "Symphonischen Hoagascht", einem musikalischen Augenzwinkern zu den geselligen Runden der Region.

Münchens Vorliebe für den Bayernkult statt für eine breite multikulturelle Ausrichtung zeigt sich nicht nur in der Musik. Politiker wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder lassen sich gelegentlich beim "Söder-Döner" blicken – ein Beispiel dafür, wie fremde Einflüsse auf Münchner Art integriert werden. Anders als in Berlin gibt es jedoch keine öffentlichen Debatten oder mediale Aufregung über internationale Besetzungen in kulturellen Spitzenpositionen.

Auch Shanis Ankunft folgt diesem Muster. Zwar gab es keine groß angelegte Willkommensfeier, doch seine Präsenz wird auf Münchens typisch unaufgeregte Weise anerkannt – mit einem herzlichen "Servus!", statt mit großem Trara.

Die Stadt bleibt damit ihrer Linie treu: Tradition und gezielte Offenheit im Einklang. Ob in der Musik oder beim Essen – Münchens Umgang mit kultureller Führung bleibt fest in der lokalen Identität verankert. Fürs Erste wird der neue Dirigent der Philharmoniker ganz im Stil der Stadt leise willkommen geheißen.

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