Neue Bühne Senftenberg trennt sich überraschend von Erfolgstheaterleiter Daniel Ris
Gustav JacobNeue Bühne Senftenberg trennt sich überraschend von Erfolgstheaterleiter Daniel Ris
Die Neue Bühne Senftenberg verlängert Daniel Ris' Vertrag als künstlerischer Leiter nach fünf erfolgreichen Jahren nicht
Trotz einer Erfolgsbilanz wird der Vertrag von Daniel Ris als künstlerischer Leiter der Neuen Bühne Senftenberg nicht verlängert. Offiziell werden strukturelle Reformen als Grund genannt, doch spekuliert wird über weitere mögliche Hintergründe. Ris selbst zeigt sich frustriert, bleibt aber auf seine anstehende Spielzeit fokussiert und sucht bereits nach neuen beruflichen Perspektiven.
Die Entscheidung fällt, obwohl er durch mutige Programmgestaltung die Zuschauerzahlen und Einnahmen deutlich gesteigert hat – unter anderem mit vielbeachteten Premieren an historischen Orten.
Seit seinem Amtsantritt 2019 hatte Ris das Theater aus einer Krise geführt und ihm wieder zu regionaler Strahlkraft verholfen, wie zuletzt in den Glanzzeiten der DDR. Seine innovativen Saisoneröffnungen – etwa die jüngste Aufführung in der Niederlausitz-Halle, die die militante Sportkultur der DDR satirisch aufgriff – lockten größeres Publikum an und steigerten die Eigenmittel des Hauses.
Doch Anfang 2026 gaben die Stadt Senftenberg und der Landkreis Oberspreewald-Lausitz bekannt, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Als Begründung wurden verwaltungstechnische Umstrukturierungen genannt: Eine Zusammenlegung von Ressorts und die Streichung seiner Projektmanagement-Funktion. Bürgermeister Andreas Pfeiffer lobte zwar Ris' künstlerisches Talent, verwies aber auf umfassendere Reformen und mögliche Konflikte in der politisch aufgeladenen Region, in der die rechtspopulistische AfD an Einfluss gewonnen hat.
Offizielle Vorwürfe gibt es nicht, doch vage Behauptungen über Führungsprobleme und angebliche finanzielle Schäden in Höhe von 250.000 Euro machten die Runde. Ris wies diese als haltlos zurück. Seine klare Haltung gegen Extremismus und sein unkonventionelles Auftreten nährten weitere Spekulationen. Die Stadt will die Stelle nun neu ausschreiben – ein deutlicher Bruch mit seiner Ära.
Bis dahin bleibt Ris für eine vierte Spielzeit im Amt, wenn auch mit eingeschränkem Spielraum. Die Situation bezeichnet er als frustrierend, betont aber, bereits neue Wege zu erkunden.
Die Neue Bühne Senftenberg steht nun vor einem Umbruch nach Ris' Abgang. Seine Amtszeit war geprägt von einer künstlerischen Renaissance mit ausverkauften Vorstellungen und neu gewonnener regionaler Aufmerksamkeit. Mit der geplanten Neubesetzung der Position wird nicht nur die künftige Ausrichtung des Theaters im Fokus stehen, sondern auch die Gründe für diese umstrittene Entscheidung weiter diskutiert werden.






