16 April 2026, 20:12

Neue deutsche Kulturschätze: Warum Herrenschneider und Schausteller jetzt gefeiert werden

Alter deutscher Volksfestplakat mit Burgen- und Häuserillustration, begleitet von Text.

Neue deutsche Kulturschätze: Warum Herrenschneider und Schausteller jetzt gefeiert werden

Deutschland hat neue Traditionen in seine Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Zu den jüngsten Anmerkungen zählen die Herrenschneiderei, das Schaustellerhandwerk auf Jahrmärkten sowie weitere langjährige Bräuche. Doch einige bekannte Praktiken – wie der Döner Kebab oder linke Buchhandlungen – wurden einmal mehr nicht berücksichtigt.

Unterdessen hat eine aktuelle Entscheidung von Kulturminister Wolfram Weimer, die Förderung eines palästinensischen Übersetzungsprojekts zu streichen, Kritik von Politikern aus acht Bundesländern ausgelöst.

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Die Deutsche UNESCO-Kommission gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz gab die neuesten Eintragungen in die nationale Kulturerbeliste bekannt. Darunter befindet sich das handwerkliche Schneiderhandwerk für Herrenanzüge, das nun offiziell als kultureller Schatz gewürdigt wird. Auch die Schaustellerkultur auf Volksfesten erhielt Anerkennung.

Diese Neuzugänge reihen sich ein in bereits früher anerkannte Traditionen wie die Ostseefischerei, das Straßenfußballspielen auf dem Bolzplatz oder die St.-Martins-Umzüge im Rheinland. Trotz ihrer Beliebtheit blieben der Döner Kebab und unabhängige, linksgerichtete Buchhandlungen jedoch erneut unberücksichtigt.

Kritik musste Weimer zudem einstecken, nachdem er ein Übersetzungsprojekt für palästinensische Autorinnen und Autoren aus dem Berliner Hauptstadtkulturfonds strich. Der Schritt löste Proteste von Kulturministern und Senatoren in acht SPD-regierten Bundesländern aus. Seine strengen Kriterien für die staatliche Förderung kultureller Vorhaben stehen zunehmend in der Kritik – besonders, da selbst die Bratwurst vom SPD-Sommerfest keine Anerkennung erhielt.

Die jüngsten Entscheidungen zum Kulturerbe zeigen, was Deutschland bewahren möchte – und was es zurücklässt. Während Herrenschneiderei und Schaustellertraditionen nun offiziellen Status genießen, bleiben andere Praktiken weiterhin unerkannt. Die Kontroverse um die Kürzung der Mittel für palästinensische Literatur fügt der anhaltenden Debatte über kulturelle Förderprioritäten eine weitere Facette hinzu.

Quelle