Neuköllns SPD-Nachfolgerin Janine Wolter gerät wegen Instagram-Likes in die Kritik
Carolina SchleichNeuköllns SPD-Nachfolgerin Janine Wolter gerät wegen Instagram-Likes in die Kritik
Janine Wolter, Politikerin der SPD, steht als Nachfolgerin von Martin Hikel an der Spitze des Bezirksamts Neukölln in den Startlöchern. Ihre Kandidatur wurde vom örtlichen SPD-Vorstand vorgeschlagen und auf einem Parteitag bestätigt. Doch nun gibt es eine Debatte über ihre Aktivitäten auf Instagram.
Auslöser der Kontroverse waren Beiträge, die Wolter im Oktober 2025 geliked oder geteilt hatte. Es handelte sich dabei um Inhalte einer Instagram-Story, die nach 24 Stunden wieder verschwand. Die Posts stammten von einem politischen Influencer, der für einseitige Israel-Kritik bekannt ist.
Die CDU-Fraktion in Neukölln brachte die Diskussion ins Rollen, indem sie eine offizielle Anfrage zu Wolters Online-Verhalten einreichte. Daraufhin erteilte Bezirksbürgermeister Martin Hikel eine schriftliche Rüge. Er begründete dies damit, dass die Beiträge nicht den erwarteten Maßstäben an Ausgewogenheit, Zurückhaltung und Neutralität entsprächen, die für eine Bezirksstadträtin gelten.
Wolter erklärte später, sie habe die Inhalte des Influencers nicht genau geprüft. Sie bestätigte, künftig keine Beiträge von ihm mehr teilen zu wollen.
Hikel, der bisher das Bezirksamt Neukölln geleitet hatte, kündigte im November an, nicht erneut kandidieren zu wollen. Als Grund nannte er mangelnde Rückendeckung in der eigenen Partei.
Die Rüge zeigt, wie stark das Social-Media-Verhalten von Amtsträgern unter die Lupe genommen wird. Wolters Kandidatur für die Leitung des Bezirksamts bleibt von ihrer Partei bestätigt. Die Debatte unterstreicht, wie wichtig Neutralität in politischen Ämtern ist.
