Niedersachsen setzt auf Tiefengeothermie als Energiewende-Turbo mit neuen Standortkarten
Carolina SchleichNiedersachsen setzt auf Tiefengeothermie als Energiewende-Turbo mit neuen Standortkarten
Niedersachsen treibt Tiefengeothermie als Schlüsselbaustein der Energiewende voran
Eine neue, frei zugängliche Kartenserie unterstützt nun Kommunen und Unternehmen dabei, die besten Standorte für Geothermie-Projekte zu identifizieren. Die Daten basieren auf über 1.100 Tiefbohrungen in der Region, die ursprünglich für die Erdöl- und Erdgasförderung niedergebracht wurden.
Der Niedersächsische Geothermiedienst (NGD) hat detaillierte Karten veröffentlicht, die sich auf uralte Gesteinsschichten konzentrieren. Diese Formationen aus der Keuper-Ära, über 200 Millionen Jahre alt, gehören zur Exter-Formation und liegen bis zu 2.600 Meter unter der Erdoberfläche. Dort herrschen Temperaturen von über 100 Grad Celsius – ideal für die geothermische Nutzung.
Funktionsweise der Tiefengeothermie: Thermalwasser wird aus Sandsteinschichten durch Bohrlöcher an die Oberfläche gepumpt. Über Wärmetauscher wird die Energie dann nutzbar gemacht. Die meisten deutschen Geothermie-Bohrungen reichen heute zwischen 2.000 und 3.500 Meter in die Tiefe – deutlich unterhalb der 400-Meter-Grenze, ab der von Tiefengeothermie gesprochen wird.
Die gewonnene Wärme kann Fernwärmenetze versorgen oder große Verbraucher wie Gewächshäuser und Schwimmbäder beliefern. Das Interesse an der Technologie wächst rasant, insbesondere bei Kommunen, Versorgungsunternehmen und energieintensiven Industrien. Dennoch bleiben hohe Bohrkosten und Explorationsrisiken – trotz des großen Potenzials in Norddeutschland – weiterhin Hürden.
Die neuen Karten bieten eine klare Orientierungshilfe für die Entwicklung von Geothermie-Projekten in Niedersachsen. Durch die Reduzierung von Standortunsicherheiten sollen sie Investitionen beschleunigen und den Ausbau vorantreiben. Damit könnte eine bisher ungenutzte, bedeutende Energiequelle für die Region erschlossen werden.






