Norbert Himmler bleibt trotz Kritik und KI-Skandal ZDF-Intendant
Norbert Himmler bleibt nach einer Abstimmung im Rundfunkrat für eine weitere Amtszeit Intendant des ZDF. Seine Wiederbestellung erfolgt trotz anhaltender Kritik am Programm des Senders und eines jüngsten Skandals um KI-generierte Bilder. Die Entscheidung fiel ohne nennenswerten Widerstand.
Himmler trat dem ZDF 1998 bei, nachdem er an der Universität Mainz Abschlüsse in Politikwissenschaft und Germanistik erworben hatte. Im Laufe der Jahre stieg er intern auf: zunächst als Assistent des Chefredakteurs, später als Leiter der Programmplanung und schließlich als Verantwortlicher für die Fiction-Abteilung. Zudem begleitete er den Start von ZDFneo, bevor er zum Intendanten berufen wurde.
Einer seiner prägendsten Schritte datiert auf das Jahr 2014, als er als Programmdirektor die langjährige Unterhaltungsshow Wetten, dass..? einstellte. Doch sieben Jahre später holte er das Format als Intendant zurück – mit großem Erfolg: Die Ausgabe im November 2021 erreichte einen Marktanteil von 45 Prozent. Die Folge 2022 schnitt so gut ab, dass eine weitere produziert wurde, und das Finale im November 2023 verzeichnete mit 12,13 Millionen Zuschauern Spitzenwerte, die an die ursprüngliche Erfolgszeit der Show zwischen 1981 und 2014 anknüpften oder diese sogar übertrafen.
Trotz dieser Quotenstärke steht das ZDF in der Kritik, zu sehr auf bewährte Konzepte zu setzen statt auf Innovation. Reformbemühungen mündeten oft darin, altbekannte Inhalte in neuem Gewand zu präsentieren. Zudem war Himmlers Amtszeit nicht frei von Kontroversen, etwa dem jüngsten Vorfall mit KI-erzeugten Bildern. Auch seine jährliche Vergütung von 372.000 Euro bleibt ein Diskussionspunkt.
Die Zustimmung des Rundfunkrats am Freitag sichert ihm die weitere Führung – doch Fragen zur Ausrichtung des Senders bleiben bestehen.
Mit der Wiederbestellung festigt Himmler seinen Einfluss auf die Zukunft des ZDF, auch wenn seine Entscheidungen gemischte Reaktionen hervorrufen. Die Rückkehr von Wetten, dass..? brachte zwar starke Quoten, doch die Debatten um Kreativität und Relevanz halten an. Seine nächste Amtszeit wird zeigen, ob es dem Sender gelingt, Tradition und frische Ideen in Einklang zu bringen.