13 April 2026, 10:12

Reform der Regionalliga spaltet den deutschen Fußball – warum das Regionalmodell scheitert

Alte Deutschlandkarte auf Papier, zeigt die Provinzen Bayern, Baden-Württemberg und Baden mit regionalen Textdetails.

Reform der Regionalliga spaltet den deutschen Fußball – warum das Regionalmodell scheitert

Pläne zur Reform der Regionalliga lösen scharfe Kritik aus

Ein vorgeschlagener Reformplan für das deutsche Regionalliga-System hat bei Vereinen und Funktionären heftigen Widerstand ausgelöst. Das von einer Arbeitsgruppe unterstützte Regionalmodell sieht zwar eine Umstrukturierung der Ligen vor, wird von Schlüsselfiguren im Fußball jedoch als tiefgreifend fehlerhaft bezeichnet. Kritiker werfen dem Plan vor, die Bedürfnisse der Vereine und Fans gleichermaßen zu ignorieren.

Die Kontroverse entzündete sich, als eine 13-köpfige Arbeitsgruppe einstimmig ein Vier-Ligen-Modell für die Regionalliga befürwortete – mit dem Ziel, allen Meistern einen klaren Aufstiegsweg in die 3. Liga zu garantieren. Doch gerade der alternative Vorschlag der Gruppe, das Regionalmodell, stößt auf breite Ablehnung.

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Nach diesem Modell sollten die bisherigen Staffeln Nord, Nordost und Bayern zu nur zwei Ligen zusammengelegt werden, während die West- und Südwest-Staffeln unverändert blieben. Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV), nannte die Idee "völlig realitätsfremd" und warnte, sie bestrafe Vereine dafür, Bedenken zu äußern. Zudem betonte er, der Plan würde den NOFV faktisch auflösen – ein "inakzeptabler" Schritt.

Die Vereine hingegen unterstützen mehrheitlich ein anderes Konzept: das Kompassmodell. Dieses System würde die vier Staffeln jedes Jahr nach Reiseentfernungen neu ordnen, um Kosten und logistischen Aufwand zu verringern. Der 1. FC Lokomotive Leipzig spricht sich vehement für das Kompassmodell aus und argumentiert, es schaffe die "wettbewerbsfähigste und historisch wertvollste Regionalliga" mit höherer Zuschauerresonanz.

Tommy Haeder, Sprecher der Kampagne "Aufstiegsreform 2025", wirft dem Regionalmodell vor, eine politische Entscheidung zu sein, die den deutschen Fußball zu spalten drohe. Unterstützung erhält er von Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, der das Regionalmodell als "schlechten Scherz" und Beweis für "alarmierende Fehleinschätzungen" der Fußball-Funktionäre abtat. Rund 70 an der Reforminitiative beteiligte Vereine haben sich einstimmig für das Kompassmodell ausgesprochen.

Die Zukunft der Regionalliga-Reform bleibt damit ungewiss. Während Vereine und Funktionäre das Regionalmodell entschieden ablehnen, gewinnt die Kompass-Alternative zunehmend an Zuspruch. Die Entscheidung wird maßgeblich prägen, wie der unterklassige Fußball in Deutschland in den kommenden Jahren strukturiert sein wird.

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