Streit um Abschaffung der Subventionen für dezentrale Kraftwerke bis 2029
Carolina SchleichStreit um Abschaffung der Subventionen für dezentrale Kraftwerke bis 2029
Die deutsche Energieregulierungsbehörde plant die schrittweise Abschaffung finanzieller Anreize für Betreiber dezentraler Kraftwerke. Damit entfielen Ausgleichszahlungen für eingesparte Netzentgelte, was vor allem Anlagen betrifft, die vor 2023 in Betrieb genommen wurden. Branchenverbände und Verbraucherschützer streiten über den Vorschlag: Einige fordern eine schnellere Umsetzung, andere warnen vor Marktturbulenzen.
Die Bundesnetzagentur schlägt eine schrittweise Kürzung der Vergütungen für dezentrale Stromerzeugung vor. Laut Entwurf sollen die Zahlungen ab 2026 jährlich um 25 Prozent sinken und bis 2029 vollständig entfallen. Betroffen sind nicht-fluktuierende Anlagen, die vor dem 1. Januar 2023 ans Netz gegangen sind.
Kritiker bemängeln, dass die Änderung Betreiber benachteilige, die unter den bisherigen Regelungen investiert hätten. Kerstin Andreae, Vorsitzende des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), nannte den Plan "grundsätzlich falsch" und forderte umfassendere Beratungen zu den Netzentgelten. Verbraucherschützer wie der Verband der Verbraucherzentralen (VZBV) hingegen begrüßen die Abschaffung und rechnen mit jährlichen Einsparungen von 1,5 Milliarden Euro für Haushalte und Unternehmen.
Der Energiemarktexperte Henning Herbst vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) plädiert für einen beschleunigten Zeitplan und spricht sich für einen vollständigen Ausstieg bis 2026 aus. Die Unsicherheit hat auch unter Projektentwicklern Diskussionen ausgelöst: Das Battery Business & Development Forum (BBDF) wird das Thema auf seiner Veranstaltung am 16. Juli in Frankfurt aufgreifen.
Die geplanten Änderungen würden die finanziellen Lasten auf die Betreiber dezentraler Anlagen verlagern, während Verbraucher entlastet würden. Sollte der Ausstieg umgesetzt werden, markierte dies eine deutliche Wende in der deutschen Energiegebührenstruktur. Die endgültige Entscheidung der Regulierungsbehörde wird bestimmen, wie schnell der Übergang erfolgt und welche Auswirkungen er auf den Markt hat.






