Stromnetz-Ausbau stockt: Energiewende droht an Engpässen zu scheitern
Liesbeth KuhlStromnetz-Ausbau stockt: Energiewende droht an Engpässen zu scheitern
Vertreter von Netzbetreibern, Kommunen und Behörden trafen sich in Emmendingen, um die Herausforderungen beim Ausbau der Stromnetze zu erörtern. Die vom Regionalverband Südlicher Oberrhein organisierte Veranstaltung konzentrierte sich auf die Schwierigkeiten, die Infrastrukturentwicklung mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien und dem steigenden Strombedarf in Einklang zu bringen.
Der Regionalverband Südlicher Oberrhein brachte zentrale Akteure zusammen, um die Belastung der Stromnetze zu diskutieren. Dr. Kai-Achim Klare, Vorsitzender des Verbands, betonte die Bedeutung einer abgestimmten Steuerung von Stromerzeugung, Netzkapazität, Speicherung und Verbrauch. Ohne bessere Koordination drohe das System sonst den Anschluss zu verlieren, warnte er.
Netzbetreiber wiesen darauf hin, dass großflächige Batteriespeicher zwar nützlich seien, die ohnehin schon stark beanspruchten Netze jedoch zusätzlich belasteten. Einige neue Wind- und Solarparks könnten aufgrund unzureichender Netzkapazitäten nicht wie geplant angeschlossen werden. Auch Unternehmen hätten zunehmend Schwierigkeiten, die notwendigen Stromanschlüsse zu erhalten.
Wolfgang Brucker, Geschäftsführer des Regionalverbands, forderte eine engere Zusammenarbeit zwischen Netzbetreibern, Kommunen und Behörden. Der Regierungspräsidium Freiburg reagierte darauf mit der Ankündigung, Genehmigungsverfahren für Umspannwerke, Transformatorenstationen und Stromleitungen zu beschleunigen. Ziel ist es, den Netzausbau besser mit dem rasanten Wachstum der erneuerbaren Energien und dem steigenden Strombedarf durch Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge und neue Industriekunden in Einklang zu bringen.
Die Veranstaltung unterstrich den dringenden Bedarf an schnelleren und besser abgestimmten Maßnahmen. Ohne verbesserte Planung und Zusammenarbeit könnten Netzengpässe die Energiewende ausbremsen. Mit den neuen Maßnahmen des Regierungspräsidiums soll verhindert werden, dass es bei der Anbindung von Erneuerbare-Energien-Projekten und der Deckung der wachsenden Nachfrage zu weiteren Engpässen kommt.
