30 March 2026, 10:13

Tausende protestieren in Köln und Bonn gegen sexualisierte Gewalt und digitale Hetze

Eine Gruppe von Menschen mit einem Transparent, auf dem 'Du kannst uns nicht unterkriegen, vereine widerstehe Feministin' steht, auf einer Straße, mit einem Fahrrad in der Nähe und Ballons im Hintergrund bei einem klaren blauen Himmel.

Tausende protestieren in Köln und Bonn gegen sexualisierte Gewalt und digitale Hetze

Tausende gingen am Wochenende in Köln und Bonn auf die Straße, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Trotz kaltem und regnerischem Wetter demonstrierten am Samstag in Köln mehr als 5.000 Menschen, am folgenden Tag versammelten sich Hunderte weitere in Bonn. Die Kundgebungen folgten einer erneuten öffentlichen Debatte über digitale Gewalt und frauenfeindliche Einstellungen in Deutschland.

In Köln trugen Demonstrantinnen Schilder mit Parolen wie "Girls just wanna be safe" – eine Anspielung auf den Hit von Cindy Lauper. Jede Rednerin bei der Veranstaltung forderte Männer auf, mehr Verantwortung im Kampf gegen Gewalt an Frauen zu übernehmen. Auch Politikerinnen der Frauen-Union der CDU beteiligten sich und verlangten strengere gesetzliche Schutzmaßnahmen für Frauen.

Am nächsten Tag versammelten sich über 500 Menschen auf dem Bonner Marktplatz vor dem alten Rathaus. Die Demonstration wurde von einem Bündnis aus Stadtratsparteien organisiert, darunter Grünen, CDU, SPD und Volt. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, sich nicht stärker für schärfere Gesetze zum Schutz von Frauen einzusetzen.

Die Proteste fielen in eine Phase verschärfter Debatten über digitale Gewalt in Deutschland. Eine aktuelle Spiegel-Recherche zu den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, rückte das Thema in den Fokus. Organisationen wie HateAid unterstützen Opfer koordinierter Desinformationskampagnen und setzen sich für neue Straftatbestände ein, die sexualisierte Deepfakes ahnden sollen. Gleichzeitig lehnen sie eine Pflicht zur Klarnamennutzung ab und betonen, dass digitale Freiheit gewahrt bleiben müsse.

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Bei den Wochenendkundgebungen gab es breite Forderungen nach Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt – sowohl im realen Leben als auch im Netz. Angesichts wachsenden politischen Drucks bleibt das Thema eine der vordringlichen öffentlichen Diskussionen in Deutschland. Organisator:innen und Aktivist:innen fordern weiterhin rechtliche Reformen und mehr Verantwortung von Politik und Gesellschaft.

Quelle